»Warum hat eigentlich Eleonore noch nicht geheiratet? Ein so wunderschönes Mädchen –«
Er zuckte die Achseln.
»Was willst Du?! Meine zwei andern Schwestern haben auch nicht geheiratet und waren kaum weniger schön.«
Elisabeth schwieg, der Gedanke an die beiden Nonnen hatte sie stets bedrückt, wann immer von ihnen die Rede war. So sagte sie auch jetzt leiser und unsicher:
»Die beiden andern folgten doch wohl einem inneren Drang –«
Ettore lachte auf.
»Nein, es war die Misere! Sie sahen ja doch, daß sie keine Männer bekamen. Was blieb ihnen denn da anderes, um mit Anstand vom Hause fortzukommen und zu leben?!«
»Hätte es wirklich gar nichts anderes für sie gegeben? Hatte keine von ihnen ein Talent oder eine Fähigkeit oder auch nur einen starken Willen für irgendeinen Wirkungskreis, der sie glücklich gemacht hätte?«
Elisabeth fragte es gütig, aber er hörte doch einen feinen Unterton von Widerspruch und Mißfallen heraus. So wurde auch seine Stimme schärfer, als er entgegnete:
»Soll eine Priuli vielleicht Sängerin werden oder Lehrerin oder Buchhalterin?!«