Elisabeth wich einer direkten Antwort aus.

»Ich habe all die Jahre her kopiert und alles mögliche gemalt und bin ganz zufrieden damit gewesen. Und mein Vater war doch Regimentsoberst –«

»Ach Gott, das sind Sachen, die bei Euch in Deutschland, in Euren kleinen Verhältnissen gehen, aber eine Priuli in Venedig, die kann nicht um Geld arbeiten!«

Elisabeth merkte, daß hier keine Verständigung möglich sei. Sie lenkte also ab und sagte herzlich:

»Ich hoffe zuversichtlich, daß Eleonore heiraten wird!«

Ettore zuckte die Achseln.

»Bah, ein Mädchen ohne Mitgift! Wer wird die heiraten?!«

Zum erstenmal dachte da Elisabeth, ob auch sie am Ende um ihrer Mitgift willen geheiratet worden sei. Bisher war sie nie auf diese Vermutung gekommen, denn da sie von Haus aus arm gewesen, war ihr das berechtigte Mißtrauen reich geborener Töchter fern geblieben. Kaum im Besitze des neuen Vermögens, hatte sie sich dann mit Ettore verlobt, der doch (so meinte sie) unmöglich hatte wissen können, ob sie eine glänzende Partie sei oder nicht. Auch jetzt war ihr der Gedanke nur so angeflogen, faßte keine Wurzel, so daß sie wie im Scherz leichten Herzens fragte:

»Aber, Ettore, es heiraten doch nicht alle nach Geld. Hättest Du mich denn nicht genommen, wenn ich zufällig ein armes Ding gewesen wäre?«

Ettore erwiderte unbekümmert und heiter: