Elisabeth war glücklich über diese Idee, die sie freilich selbst schon gehabt hatte, deren Ausführung aber dem kleinen Priuli zuliebe immer wieder verschoben worden war.
»Jetzt aber mach' ich mich dann gleich ans Werk. Weißt Du, ich werde jetzt mein Leben damit zubringen, die ›Dogaressa‹ zu kopieren, denn jeder von Euch soll sie haben, Du und jeder von den Buben!«
Die Wochen seines Venezianer Aufenthalts vergingen dem Obersten wieder wie ein ununterbrochenes Fest. Wo immer er hinsah, erblickte er Schönheit, Stil, Pracht und Glück, und sein altes Künstlerherz schlug wieder so jung, als hätte er niemals den zweifarbigen Rock getragen und wäre tagaus, tagein an der surrenden Maschine des Dienstes gestanden. Ein einziges Mal nur wurde ihm kalt im Palazzo Priuli, das war, als ihm Elisabeth den ganzen Palast von oben bis unten zeigte, ihm nicht nur alle baulichen Veränderungen und Neuerungen wies, sondern auch sein Kennerauge auf jede kostbare Einzelheit der Einrichtung und der Zimmerausstattung lenkte. Zuerst war er freilich voll Entzücken und Staunen, dann aber fragte er doch halb lachend, halb ärgerlich:
»Donnerwetter, die Geschichte muß Euch ein schönes Geld gekostet haben!«
Elisabeth sah ihn nicht an, als sie fragte:
»Wie hoch taxierst Du es?«
Der Oberst zuckte die Achseln. Wie sollte er so etwas taxieren, er, dessen höchste Jahresgage noch nicht die Einrichtung eines einzigen Prunkraumes dieses Palastes hätte bestreiten können! Elisabeth aber beharrte:
»So rate doch, Papa, ich bitte Dich, rate einmal!«
Und der Oberst riet, nannte Zahlen, die ihm zuerst hoch, dann schwindelnd, dann lächerlich vorkamen, aber immer noch schüttelte Elisabeth verneinend den Kopf, bis sie endlich sagte: »Laß nur, Papa, Du errätst es doch nicht! Über eine Viertelmillion Lire haben wir für all diese Anschaffungen und (setzte sie leiser hinzu) Ueberflüssigkeiten bezahlt!«