»Gut, ich will Dir sagen, wo ich gewesen bin. Bei meinem Schatz bin ich gewesen, bei meinem Herzliebsten, den ich nicht lassen werde, heut' nicht und morgen nicht und niemals auf der Welt!«
Elisabeth schlug entsetzt die Hände zusammen.
»Um Gott, Eleonore, und Du willst Lissignolo heiraten! Du schämst Dich nicht, den einen Mann zu heiraten und die Geliebte eines andern zu sein?«
Eleonore schüttelte den Kopf und lachte. Es war ein Lachen, das bitter klang und weh tat.
»O nein, Du Siebengescheite! Bis heute bin ich nicht seine Geliebte gewesen, denn ein Mädchen soll geizig mit sich sein und sich nicht verschenken! Aber weil ich morgen Lissignolo gehöre, bin ich heute zu meinem Schatz gelaufen und habe ihm heute noch geschenkt, was ich ihm übermorgen nicht mehr hätte schenken können. Glückselig sind wir gewesen ein paar Stunden lang, und was auch jetzt noch kommen mag, die paar armseligen Stunden voll Glück kann mir kein Mensch mehr nehmen!«
Wie in einer Flamme von Leidenschaft und Hingebung stand das Mädchen da. Bewegt sah Elisabeth sie an, hätte ihr kein hartes Wort mehr sagen können. Sie fragte nur leise:
»Und er? Er hat Dich wieder gehen lassen? Er hat Dich nicht gehalten und alles auf sich genommen, nachdem Du so, so zu ihm gekommen bist?«
Vor dem weichen Ton, in dem Elisabeth sprach, brach sich des Mädchens Auflehnung. Ihre Stimme zitterte, als sie entgegnete:
»O nein, so ist er nicht! Aber glücklich waren wir deswegen doch … Und wenn Du Lissignolo etwas sagst, dann –«
Elisabeth schüttelte müde den Kopf.