Das Gespräch wurde allmählich wärmer, intimer. Sie sprachen von der Heimat, Elisabeth von Deutschland, die Fürstin von England, Elisabeth mit Wärme, die Fürstin mit Stolz, mit einem Selbstbewußtsein, das wie eine Fanfare schmetterte. Und ganz von selbst kamen sie dann auf das Land, dem sie jetzt gehörten, auf die Stadt, in die sie jetzt das Leben zwang … Die Fürstin fragte mit einem kleinen, mokanten Lächeln, während sie ihre grauen Augen fest auf Elisabeths Gesicht richtete:

»Do you still like Venise so very much?«

Elisabeth errötete ein wenig, antwortete nicht gleich, weil sie wohl verstand, welchen Sinn die Fürstin in die Frage legte. Dann aber hob sie den Kopf, erwiderte den Blick der grauen Augen klar und offen, als gäbe sie Vertrauen um Vertrauen.

»Nein, ich liebe es nicht mehr so sehr. Die Stadt ist so zauberhaft, wenn man sie nur auf der Durchreise sieht, aber wenn man hier leben muß – –«

»I'm glad you say so!«

Sie blieben eine kleine Weile stumm. Sie hatten sich verstanden und verstanden sich auch fernerhin, wenn sie von Venedig sprachen und es anklagten. Elisabeth sprach mit einer Bitterkeit, über der es aber doch wie ein Trauerschleier lag, die Fürstin dagegen hatte für die Stadt ihrer Leiden nur noch Hohn und Haß.

»Venedig, – eigentlich ist das nur ein lächerlicher Begriff. Liverpool oder Edinburg stellen heutzutage mehr vor als Venedig!«

Es klang ein so überstarkes Selbstbewußtsein in ihren Worten, daß es Elisabeth zum Widerspruch reizte.