Ettore war von diesem Ansinnen nicht entzückt. Im Klub warteten sie auf ihn und hatten gerade für heute abend noch einen amüsanten Bummel durch ein paar Varietés geplant. Er sagte daher etwas träge und vorwurfsvoll:
»Muß denn das heute noch sein? Hat es nicht Zeit bis morgen früh?«
»Nein, ich muß Dich heute noch sprechen!«
»Also schön, ich bin in einer halben Stunde da!«
Elisabeth konnte nicht hören, was er am Telephon verhandelte, war auch gar nicht neugierig, denn sie wußte nicht, daß Lissignolo angeklingelt hatte. Zwei Stunden später erfuhr sie's, erfuhr es ebenso plötzlich und schreckhaft wie damals den Spielverlust Ettores. Sie saß ruhig an ihrem Schreibtisch und schrieb an einen ihrer Brüder, als Ettore hereingestürzt kam, außer sich, mit verzerrtem Gesicht, blaß vor Erregung und Zorn. Ehe Elisabeth, die ihn erschrocken anstarrte, fragen konnte, schrie er es ihr schon entgegen:
»Fort ist sie, fort! Hat man je so etwas erlebt? Diese verrückte Person, diese dumme Gans!«
»Fort? … Wohin?«
Ettore lachte höhnisch auf.
»Wohin? So etwas kannst auch nur Du fragen! Zu ihm ist sie natürlich, nach Pisa! Donnerwetter, die hat uns alle schön hinters Licht geführt. Wir haben geglaubt, daß jetzt alles zu Ende sei, derweil fängt's jetzt erst an. Solch ein Skandal! Und solch eine hirnverbrannte Dummheit!«