Ettore zuckte die Achseln.

»Nenne es, wie Du willst, es kommt ganz aufs gleiche heraus. Ich weiß übrigens gar nicht, warum Du Dich über diese Geschichte so aufregst! Ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht!«

Elisabeth schrie auf.

»Begreifst Du denn nicht, daß ich mich vor Lissignolo totschäme? Begreifst Du denn nicht, daß es ein Skandal ist, wenn ein Mann beim andern herumbettelt?«

»O Gott, o Gott, was für pompöse Worte! Das ist doch gar nicht so schlimm, wenn ein Verwandter dem andern gelegentlich aus der Klemme hilft! Ist übrigens alles Deine eigene Schuld! Wärst Du nicht damals, als ich das Pech im Klub hatte, so hart und so hochmütig gewesen! Damals habe ich mir fest vorgenommen, daß ich, wenn's nötig wäre, eher einen Fremden auf der Straße um etwas bitten würde als Dich!«

»Ettore, Du weißt nicht, was Du sagst!«

»O, ich weiß es schon, ich weiß auch, daß es ein wenig meine Schuld ist! Ich hätte es mit Dir eben nie so weit kommen lassen sollen, ich hätte Dir vom ersten Tag an klarmachen müssen, daß Deine Spießbürgerei nicht für uns paßt! Es ist ja überhaupt ein Skandal, daß nicht ich das Vermögen verwalte, sondern Du, daß ich also eigentlich um jeden Lire bei Dir petitionieren muß! Das habt Ihr eben so nach Euren Kleinbürgerbegriffen eingerichtet, Du und Dein Vater. Wer es weiß, lacht über mich und über meine Gutmütigkeit, daß ich mir's gefallen lasse. Aber ich war von jeher zu gut, obendrein auch noch zu sehr in Dich vergafft.«

Elisabeth hielt sich die Ohren zu. Sie wollte nicht erinnert sein, daß sie diesem Mann einmal in Liebe verbunden gewesen war. Sie sagte hart:

»Wir wollen nicht von früher reden, sondern von dem, was heute ist. Wieviel bist Du Lissignolo schuldig? Ich muß es wissen, denn ich will es bezahlen.«

Ettore lachte auf.