»Aber warum nicht?«
»Weil ich mit dem Gesetz in Konflikt käme. Wissen Sie denn nicht, Maud, daß die Ausfuhr von Kunstgegenständen bei uns durch ein Gesetz verboten ist?«
»O, das ist ein sehr dummes Gesetz!«
Sie betrachtete wieder das Bild, dann Ettore und fuhr mit der Hartnäckigkeit eines Menschen fort, der gewohnt ist, alles zu haben, was ihm gefällt:
»Sie werden doch nicht glauben, daß dies törichte Gesetz für mich ein Hindernis ist …«
»Es geht wirklich nicht, Maud, glauben Sie mir doch!«
»Also schön, dann lassen wir es! Ich hätte gar nicht geglaubt, daß Sie so eigensinnig sein können!«
Sie schien ein wenig zu schmollen und wandte sich zum Gehen. Sie hatte aber doch bemerkt, daß in seiner scheinbar so bestimmten Ablehnung eine leise Unsicherheit zitterte, und wenn sie auch jetzt von dem Erwerb des Bildes nicht weiter sprach, so war sie doch entschlossen, nicht davon abzustehen und die Zaghaftigkeit Ettores mit ihrer eigenen naiven Skrupellosikeit zu übertäuben.
In Ettore wirkten ihre Worte mächtig nach. Wo er ging und stand, hörte er immer die Verheißung, die sie so leichthin gegeben, eine Verheißung, die ihm endlich die märchenhafte Summe versprach, an der sein und seiner Schwester Glück und Freiheit hing. Wieder und immer wieder durchjagte er mit heißem Kopf alle blendenden Möglichkeiten, die er mit dieser Märchensumme erkaufen konnte, und er wußte nun, daß er von Mauds Angebot nicht mehr lassen konnte, wenngleich das Gesetz dagegen sprach. Wichtig war jetzt nur noch auszufinden, wie man, ohne Aufsehen zu erregen, das Gesetz umgehen konnte, und weil Ettore an diesen Gedanken alle Klugheit und alle Inbrunst wandte, deren er fähig war, fiel ihm auch allmählich, im Laufe der nächsten Tage, ein Plan ein, der wohl gelingen konnte, und der auch den ungeteilten Beifall der Herzogin von Bressières fand.