[5] Seit jener Zeit, zu welcher die Verfasserin Quebek besuchte, ist Wolf's Denkmal vollendet worden. Lord Dalhousie hat in der Weihschrift der Säule mit eben so viel Geschmack als Gefühl, die Namen der beiden mit einander wetteifernden Helden, Wolf und Montcalm, vereinigt, eine Freisinnigkeit, welche den canadischen Franzosen nur angenehm sein kann, während sie dem brittischen Krieger nichts von seinem Ruhme entzieht.
Der Entwurf zu dem Monument ist das Werk Major Young's vom 97. Regiment. Die Höhe des Untersatzes, vom Fußboden aus, beträgt vierzehn Fuß; auf dem Untersatz ruht ein sieben Fuß, drei Zoll hoher Sarcophag, und von diesem erhebt sich eine zweiundvierzig Fuß, acht Zoll hohe Spitzsäule; die Breite der letztern, an der Grundfläche, beträgt sechs Fuß, die Dicke vier Fuß, acht Zoll. J. C. Fisher, L. L. D. erhielt für nachstehende Inschrift auf den Sarg eine Preis-Medaille: —
Mortem virtus communem
Famam Historia
Monumentum Posteritas
Dedit.
Auf dem Untersatz über der Schwelle ist eine Inschrift von Dr. Mill's Feder, welche Lord Dalhousie, den Statthalter von Unter-Canada, als Kostenbestreiter nennt, und die Todestage von Wolf und Montcalm, den 13. und 14. Septbr. 1759 angiebt. Wolf fiel auf dem Schlachtfelde; und Montcalm, durch die einzige Kanone im Besitz der Engländer verwundet, starb am folgenden Tage nach der Schlacht.
Dritter Brief.
Abfahrt von Quebek. — Wir werden von einem Dampfschiffe bugsirt. — Fruchtbarkeit des Landes. — Verschiedne Gegenstände, die sich uns beim Hinaufsteuern des Flusses darbieten. — Ankunft vor Montreal. — Die Stromschnellen (Rapids).
Brig Laurel, St. Laurence, unterhalb Montreal,
August 17, 1832.
Es war nach Sonnenuntergang und ein schöner Abend, als wir Quebek verließen, was in Gesellschaft eines schönen Dampfschiffs geschah, dessen Deck und Gallerie von Passagiren aller Art wimmelten; in der That ein herrliches Fahrzeug, auf welchem das Auge mit Vergnügen weilte; es durchpflügte stattlich das Wasser, welches unter seinen Ruderschaufeln schäumte und rauschte; während unsre Brig mit ihren weißen Segeln, gleich einem Schmetterling, seiner Spur folgte. Am Himmel glühte das schönste Rosenroth und Orangengelb, welche sich unten im Fluße abspiegelten; dann kamen die Sterne zum Vorschein und leuchteten in dem reinen blauen Aether, glänzender, als ich sie je in der Heimath gesehen, was sich, meines Bedünkens, wohl der größeren Reinheit der Atmosphäre zuschreiben lassen dürfte. Mein Gatte sagte, daß dieser Abend einem italienischen Sonnen-Untergang gleiche.