Fußnoten:
[15] Vom Kinde entlehnt, welches, ehe es die Kraft zu gehen hat, auf allen Vieren kriecht.
[16] Die besuchtesten Bade-Orte in England.
[17] Humboldt bemerkt über die bekehrten Indianerstämme Folgendes: In den Wäldern von Südamerika giebt es Stämme, welche in Dörfern wohnen, Pisang, Cassava und Baumwolle erbauen, und kaum mehr Barbaren sind, als die in den Missionsanstalten lebenden Individuen, welche man abgerichtet hat, das Zeichen des Kreuzes zu machen. Es ist ein Irrthum, wenn man alle freie Eingeborne als herumwandernde Jäger betrachtet; denn schon lange vor der Ankunft der Europäer herrschte auf dem Continent der Ackerbau und herrscht noch jetzt zwischen dem Orinoco und Amazonenflusse, in Distrikten, wohin dieselben nie gekommen sind.
Das System der Missionaire hat einen Hang nach Grundeigenthum, nach festen Wohnplätzen, und einen Sinn für ein ruhiges Leben erzeugt; allein der getaufte Indianer ist oft eben so wenig ein Christ, als sein heidnischer Bruder ein Verehrer von Götzen, beide zeigen eine auffallende Gleichgültigkeit gegen religiöse Meinungen und eine Neigung zur Verehrung der Natur.
Man hat keinen Grund, zu glauben, daß sich die Anzahl der Indianer in den spanischen Colonien vermindert habe. Noch immer existiren über sechs Millionen der kupferfarbenen Menschenrace in beiden Theilen von Amerika; und obgleich in jenen Colonien mehre Sprachen verloren gegangen oder vermischt worden sind, so haben sich die Eingebornen doch fortwährend vermehrt. In der gemäßigten Zone wird die Berührung der Europäer mit den Eingebornen der Bevölkerung der letztern verderblich; in Süd-Spanien hingegen ist das Resultat verschieden, und hier fürchtet man die Annäherung der Weißen nicht. Im ersten Fall wird für die Indianer eine große Strecke Landes erforderlich, weil sie von der Jagd leben; im zweiten hingegen reicht ein kleines Stück Grund und Boden hin, um einer Familie ihren Unterhalt zu gewähren.
In diesen Provinzen machen die Europäer nur langsame Fortschritte, und die religiösen Orden haben zwischen den von ihnen bewohnten Gegenden und denjenigen, welche die freien oder unabhängigen Indianer bewohnen, Niederlassungen begründet.
Die Missionen haben sich ohne Zweifel Eingriffe in die Freiheit der Eingebornen erlaubt, allein diese Eingriffe sind im Allgemeinen dem Wachsthum der Bevölkerung günstig gewesen. In demselben Maßstabe, als die Prediger in das Innere eindrangen, nahmen die Pflanzer von dem Gebiete Besitz; Weiße sowohl, als solche Individuen, welche aus gemischten Ehen stammen, lassen sich unter den Indianern nieder; die Missionsanstalten verwandeln sich in spanische Dörfer, und mit der Zeit verlieren die alten Bewohner ihre ursprünglichen Sitten und Sprache. Auf diese Weise schreitet die Civilisation von den Küsten nach dem Mittelpunkt des festen Landes zu.
Neu-Andalusien und Barcellona enthalten mehr als vierzehn Stämme Indianer. Die der ersten Provinz sind die Chaymas, die Guayquerier, die Pariagotoer, die Quaquas, die Aruacas, die Cariben, die Guaraounoer; die der andern, die Cumanagatoer, die Palenkas, die Cariben, die Piritoer, die Tomoozas, die Topocuarer, die Chacopater und die Guarivas. Die oben erwähnten Guaraounoer, welche an der Mündung des Orinoco in Hütten auf Bäumen wohnen, ist nicht bekannt.