Die Aussicht von diesen Ebnen aus ist entzückend; wohin man nursein Auge wendet, erblickt man mannigfaltige Hügel und Thäler, Wald und Wasser, während sich die Stadt über einen beträchtlichen Flächenraum ausbreitet.
Die Ebnen verlaufen mit einer starken Neigung nach dem Flusse zu, der mit großem Ungestüm zwischen seinen Ufern hinbraust. Denken Sie sich ein langes, enges, den östlichen und westlichen Theil der Stadt in zwei Hälften scheidendes Thal.
Das Otanabee-Ufer erhebt sich zu einer größeren Höhe als die Monaghan-Seite, und beherrscht eine weite Aussicht über das zwischenliegende Thal; die gegenüber befindliche Stadt und die bekränzten Waldungen und Hügel im Hintergrunde. Dieser Theil heißt Peterborough-East und ist das Besitzthum drei reicher Capitalisten, von welchen man die Stadt-Parcellen kauft.
Peterborough, auf die angegebne Weise vertheilt, nimmt einen beträchtlichen, zur Bildung einer großen Hauptstadt mehr als hinreichenden Flächenraum ein. Seine Einwohner-Zahl wird gegenwärtig auf siebenhundert Köpfe und darüber geschätzt, und wenn sie in den nächsten Jahren so schnell zu wachsen fortfährt, wie dies der Fall bisher gewesen ist, so dürfte Peterborough bald eine sehr volkreiche Stadt sein[22].
Der Ort ist im Besitz großer Wasser-Kraft, sowohl durch den Fluß als den schönen breiten Bach, der seinen Weg durch die Stadt windet und sich in den kleinen, weiter unten liegenden See ergießt. Man findet daselbst verschiedne Säge- und Mahl-Mühlen, eine Branntweinbrennerei, eine Walk-Mühle, zwei größere Gasthöfe und verschiedne kleine Wirthshäuser, eine Anzahl gute Vorrathshäuser, ein Gouvernements-Schulhaus, das auch als Kirche dient, bis ein großes Gotteshaus erbaut sein wird. Die Ebnen werden zu Park-Anlagen verkauft, und hier und da erheben sich hübsche kleine Wohnhäuser, allein ich fürchte sehr, daß die natürlichen Schönheiten dieser anmuthigen Landschaft bald verloren gehen werden.
Ich ermüde gar nicht in meinen Ausflügen und erklettre die Hügel und Berge in jeder Richtung, um eine neue Aussicht zu gewinnen, oder einige neue Blumen zu sammeln, woran, obgleich schon spät im Sommer, es doch immer noch einen Ueberfluß giebt.
Unter den Pflanzen, mit deren Namen ich bekannt bin, sind mancherlei strauchartige Astern von fast jeder Farbe: Blau, Roth und Perlweiß; eine Monarde von höchst aromatischem Geruch, den selbst die trocknen Stiele und Samen-Behälter theilen; das weiße Ruhrkraut (Gnaphalium) oder die Immortelle (wovon bereits die Rede gewesen); verschiedne Rosen-Arten, wovon ich noch einige Knospen in einem Thale unweit der Kirche fand. Auch bemerkte ich unter den strauchartigen Gewächsen eine niedliche kleine, unserm Buchsbaum ähnliche Pflanze; sie schleppt sich am Boden hin, und sendet Zweige und Schößlinge aufwärts; ihre Blätter werden mit der Zeit dunkel kupferroth; allein trotz dem anscheinenden Widerspruch, ist sie ein Immergrün[23]. Ferner fand ich einige schöne Lichen-Arten mit korallenfarbnen Mützchen auf den grauen hohlen Stielen, sie stehen in unregelmäßigen Büscheln zwischen dem trocknen Moose, noch häufiger aber bedecken sie die Wurzeln der Bäume oder halb verwitterten Baumstämme. Unter den mancherlei Pilzen sammelte ich einen hohlen Becher, von schönstem Scharlachroth an der innern Fläche und äußerlich blaß rehfarben; eine andre sehr schöne Pilz-Art bestand aus kleinen Aestchen, wie weiße Korallen-Bäumchen, aber von so zartem Gefüge, daß sie bei der leisesten Berührung abbrachen.
Der Boden war an manchen Orten mit einem dicken Teppich von Erdbeeren mancherlei Art bedeckt, welche, so lange ihre Zeit ist, denen, die sich die Mühe nehmen, sie zu pflücken, ein stetes Dessert liefern; ich meines Theils würde gewiß von diesem Privilegium Gebrauch machen, wenn ich den Sommer über in ihrer Nähe wäre. Außer den Pflanzen, die ich selbst in der Blüthe beobachtet habe, sollen Frühling und Sommer noch manche andre hervorbringen: eine orangenfarbne Lilie, die rothe Pechnelke[24], die Mocassin-Blume oder gelbe Scharte (Ginster); Maiblumen in Ueberfluß; und nach den Ufern des Baches oder des Otanabee zu bewegt die prächtige Cardinal-Blume[25] ihre scharlachrothen Blüthen-Aehren anmuthig hin und her.