Bisher sind meine Erfahrungen, das Klima anlangend, günstig gewesen. Der Herbst war recht schön, obwohl die Fröste zeitig im September eintraten, anfangs waren sie gelind und kaum des Morgens fühlbar; aber gegen den October zeigten sie sich schon strenger und dauernder. Allein wenn auch die eine Hälfte des Tages kalt ist, so sind doch die Mittags- und Nachmittags-Stunden warm und angenehm.

Wir fühlen bereits den strengen Eintritt des Winters. Er begann entschieden mit dem Ende des indianischen Sommers. Der November gleicht bei weitem nicht demselben Monat in der Heimath (England). Die erste Hälfte war mild und warm, die letzte kalt, von scharfen Frösten und gelegentlichem Schneefall begleitet; allein er scheint nicht den düstern trüben Charakter unsers brittischen Novembers zu besitzen. Indeß reicht eine kurze Bekanntschaft mit dem Klima nicht hin, ein richtiges Urtheil über seinen Charakter zu fällen, es bedarf hierzu einer genauen, während eines mehrjährigen Aufenthalts im Lande fortgesetzten Beobachtung seiner Eigenthümlichkeiten und Wechsel.

Jetzt muß ich Ihnen erzählen, was mein Gatte auf unserm Grundstück vornimmt. Zehn Morgen hat er einigen irischen Holzfällern (choppers) übergeben, die sich auf die Dauer des Winters in der Shanty eingerichtet haben. Sie erhalten für Lichtung und Einfriedigung des Ackers, das Verbrennen der gefällten Bäume mit inbegriffen, zehn Dollars. Der Boden muß bis auf die Baumstummel völlig rein sein, letztere bedürfen, um zu verwittern, neun bis zehn Jahr; die Fichte, Schierlingstanne und die Tanne halten sich viel länger. Die Entfernung der Stummel ist für neue Anfänger zu kostspielig; die Arbeits-Löhne sind so hoch, daß man sich mit Ausführung des unumgänglich Nothwendigen begnügen muß. Die Zeit, während welcher gearbeitet werden kann, ist sehr kurz, weil der Frost so lange in der Erde bleibt; mit Ausnahme des Fällens und Verbrennens der Bäume läßt sich nicht viel thun.

Diejenigen, welche die gehörige Behandlung ungelichteten Landes verstehen, schneiden zunächst alle kleinere Bäume und alles Unterholz weg, während diese noch belaubt sind; das gefällte Holz wird in Haufen gelegt, und die vom Winde umgestürzten Bäume werden der Länge nach zersägt und im Frühjahr mit dem Winterschnitt (die im Winter gefällten Bäume) geklaftert. Der Ausgang des Sommers und der Herbst sind die beste Zeit für besagte Arbeit. Die Blätter werden alsdann völlig trocken und erleichtern das so wichtige Verbrennen der dicken schweren Baumstämme um ein Bedeutendes. Ein andrer Grund dazu ist, daß nach hohem Schneefall das kleine leichte Holz (Unterholz) nicht dicht an der Erde weggeschnitten, und die todten Aeste und andre Abgänge nicht gesammelt und in Haufen gelegt werden können.

Wir werden ungefähr drei Morgen für die Frühlingssaat bereit haben, voraus gesetzt, daß wir mit dem Verbrennen des in der Nähe unsers Hauses bereits geklafterten Holzes nach Wunsch zu Stande kommen. — Wir gedenken dieselben mit Hafer, Kürbissen, indianischem Korn und Kartoffeln zu bepflanzen; die andern zehn Acker sollen für die Einsaat von Weizen ebenfalls fertig werden. Sie sehen daraus, daß wir noch lange auf eine Ernte zu warten haben. Selbst Frühlings-Weizen, wenn er im Laufe des Jahres zur Reife kommen soll, können wir nicht mehr zeitig genug in die Erde bringen.

Im Frühjahr wollen wir uns wo möglich zwei Kühe zulegen, da diese Thiere während des Frühlings, Sommers und Herbstes wenig Kosten verursachen; den Winter über werden wir Kürbisse und Haferstroh für sie haben.


Fußnoten:

[33] Englische Kochbücher.

[34] Nachsommer.