Sobald Sie mir wieder ein Päckchen oder Kistchen senden, vergessen Sie nicht, einige Blumen-Samen und Pflaumen-, Schlehen- und Aepfel-Kerne der besten Sorte, wie dergleichen in der Heimath in Gärten und Obstpflanzungen gezogen werden, beizufügen; denn ich glaube, daß sich die Aepfel hier aus Samen ziehen lassen, ohne daß man die Bäume zu pfropfen braucht; indeß ist das Obst von gepfropften Bäumen größer und wohlschmeckender. Sehr willkommen würden mir auch einige Nüsse von unsern schönen alten Stamm-Nußbäumen sein. O die guten alten Bäume! was sind wir nicht auf ihren Aesten herum geklettert, als ich noch leichten Herzens und so frei von Sorgen war, wie die Eichhörnchen, welche sich auf den höchsten Wipfeln über uns wiegten. »Recht schön!« werden Sie sagen, »aber je weniger eine kluge Frau von dergleichen wilden Streichen, wie das Herumklettern auf Nußbäumen, spricht, desto besser.« Glücklicher Weise gerathen junge Damen hier nicht in Versuchung, da sie wohl einsehen, daß nur ein Eichhörnchen oder ein Bär unsre hohen Waldbäume erklettern kann; selbst ein Matrose würde sich nicht hinauf wagen.

Recht sehr wünsche ich, einige Samen von unsrer wilden Schlüsselblume und unserm Veilchen zu erhalten, um sie auf unsern Wiesen und in unserm Gärtchen auszustreuen; haben Sie die Güte, die Dorfkinder einige für mich sammeln zu lassen.

Mein Gatte bittet Sie um etwas Luzern-Samen, den er mit Vortheil cultiviren zu können glaubt.


Fußnoten:

[35] Morning glory so nennen die Amerikaner ihre schönen und großen Winden (Convolvulus).


Zehnter Brief.