Die Yankies bedienen sich, wie man mir sagt, der Molasse zum Einmachen von Früchten; und ihre Fruchtgelées sollen vortrefflich sein. Die aus Ahorn-Saft bereitete Molasse soll in Farbe, Geschmack und Consistenz von der westindischen sehr abweichen.

Außer Zucker und Molasse fabricirten wir ein Fäschen Essig, der ziemlich gut auszufallen verspricht. Zu diesem Behuf kochten wir fünf volle Eimer Ahorn-Saft bis auf zwei ein und versetzten den Rückstand, nachdem er im Fasse war, durch Hefen in Gährung; stellten dann das Ganze in die Nähe des Feuers und ließen es diesem, in Vorzug vor der Sonnen-Hitze, ausgesetzt.

Was die Bereitung des Ahorn-Zuckers im Allgemeinen betrifft, so hängt es von Umständen ab, ob sie für den Ansiedler (Landmann) vortheilhaft ist oder nicht. Muß er Hände zu dieser Arbeit miethen, und sind die Arbeitslöhne hoch, so ist es keines Falls rathsam, ihn selbst zu fabriciren außer im Großen. Ein Umstand zu Gunsten der Fabrikation im Hause ist, daß die Zucker-Zeit zu einer Periode ihren Anfang nimmt, wo sich im Freien, den Holzschlag ausgenommen, nicht viel thun läßt, da noch zu viel Frost im Boden ist, um die Aufnahme der Saat zu gestatten; daher ist die Zeit weniger kostbar als im Spät-Frühjahr.

Bei einer zahlreichen Familie, und wenn es auf dem Grundstück nicht an Ahornbäumen mangelt, ist die Fabrikation von Zucker und Molasse entschieden vortheilhaft und gewinnbringend; da man die jüngern Kinder zur Ausleerung der Tröge und Zutragung von Brennholz brauchen kann, während die ältern und stärkeren die Kessel besorgen und das Feuer, so lange der Proceß dauert, unterhalten, und Frau und Töchter das Uebrige im Hause vollenden können.

Ahorn-Zucker wird das Pfund mit vier bis sechs Pence, und bisweilen darüber, bezahlt. Anfangs wollte mir der Beigeschmack, den er dem Thee giebt, nicht recht zusagen, aber nach Verlauf einiger Zeit mundete er mir so gut, daß ich ihn bald dem Rohrzucker (Muscovade) vorzog; in Kuchen, Confituren und dergleichen finde ich ihn köstlich. Ich werde Ihnen bei nächster Gelegenheit ein Pröbchen davon schicken, damit Sie selbst über seine Trefflichkeit urtheilen können.

Das Wetter ist jetzt sehr warm — drückend warm. Wir können die Hitze des Kochofens in der Küche kaum aushalten. Im Wohnzimmer brauchen wir fast gar kein Feuer, da ich gern an der offnen Thür sitze, und das See-Lüftchen genieße. Die Insekten fangen bereits an lästig zu werden, vorzüglich die schwarzen Fliegen, — ein abscheulicher Plaggeist, mit schwarzem Leibe und weißen Beinen und Flügeln; man fühlt in den ersten Minuten ihren Stich nicht, jedoch giebt er sich durch das aus der Wunde fließende Blut kund; nach einigen Stunden schwillt die verletzte Stelle an und wird äußerst schmerzhaft.

Diese Fliegen (beasties) beißen vorzüglich gern in die Seiten des Halses, in die Ohren und Wangen; und bei mir hielt die Geschwulst mehre Tage an. Die Musquitos sind ebenfalls unerträglich, und noch unangenehmer ist mir das Geräusch, welches sie machen, als ihr Stich. Um sie vom Eindringen in das Haus abzuhalten, zünden wir kleine Häufchen feuchter Holzschnitzel an, deren Rauch sie vertreibt; indeß ist dieses Mittel nicht so recht wirksam und an sich selbst lästig und unangenehm.

Jetzt ist die Zeit zum Fischfang. Unsre Seen enthalten den Masquinongé, Lachs-Forellen, Weiß-Fische und manche andre. In dunkeln Nächten sehen wir oft von unsrer Thüre aus die erleuchteten Nachen der Fischer auf ihrem Hin- und Her-Wege vorbeifahren. S— gilt als ein geschickter Speermann und nimmt so fleißig Theil an diesen Expeditionen, daß er selten eine günstige Nacht verfehlt. Je dunkler und stiller die Nacht ist, desto besser eignet sie sich zum Fischfang.

Es ist ein recht hübscher Anblick, die niedlichen Barken sich langsam aus einer kleinen Bucht der mit dunkeln Fichten bekleideten Ufer hervorstehlen und zwischen den Inseln auf den Seen manövriren zu sehen; man erkennt sie trotz der Finsterniß sehr leicht an dem hellen Schein, welchen der Jack — eine Art eiserner Korb, der an eine lange Stange am Bug des Schiffleins oder Canoes befestigt ist, über die Wasserfläche wirft. Dieser Drahtkorb ist mit einer sehr brennbaren Substanz, Kien-Holz, (fat-pine) genannt, welche mit heller und starklodernder Flamme brennt, oder auch mit zusammengerollter Birken-Rinde, ebenfalls ein sehr entzündbares Material, gefüllt.