»Welches sind die nützlichsten und nothwendigsten Artikel, die ein Ansiedler wo möglich mit bringen muß?«
Werkzeuge, einen guten Vorrath an Kleidern und Schuhen, gute Betten, vorzüglich warme Bettdecken, da man dergleichen hier theuer bezahlen muß, und sich doch in der Heimath zu weit billigeren Preisen, bei besserer Qualität, damit versorgen kann. Einen Vorrath guter Garten-Sämereien, da diejenigen, welche man bei den Producten-Händlern kauft, schlechtes Zeug sind; überdies sind letztere in Packete gepackt, die man nicht eher öffnen darf, als nachdem man dafür bezahlt hat, und leider pflegt man, wie es uns gegangen ist, nichts als Spreu, leere Hülsen und wurmstichige Samen für sein Geld zu erhalten. Dies ist, es thut mir leid, es sagen zu müssen, eine Betrügerei, die sich die Yankies erlauben; wiewohl ich nicht zweifle daß John Bull (die gemeinen Engländer) bei sich darbietender Gelegenheit das Nämliche thun würde, denn Spitzbuben und Betrüger giebt es überall unter der Sonne.
Was Hausgeräth und schwere Artikel aller Art anlangt, so thut man wohl, so wenig als möglich mit zu nehmen. Eisen-Waare ist hier nicht theuer, oder vielleicht eben so wohlfeil als zu Hause, und oft dem hiesigen Bedarf angemessener als die, welche man mit sich bringt; übrigens ist alles Landfuhrwerk theuer.
Wir verloren ein großes Packet Werkzeuge und waren nie im Stande, es von den Spediteurs wieder zu erhalten, wiewohl wir die Fracht im Voraus zu Prescot bezahlen mußten. Das Beste ist daher, seine Güter zu versichern, in welchem Fall der Spediteur dafür verantwortlich ist.
Sie fragen mich, »ob Gewürze und andre zur Nahrung gehörige Haushalt-Artikel theuer oder wohlfeil sind?«
Dies ist je nach Ortslage und andern Umständen verschieden. In Städten und Dörfern, welche in längst urbargemachten Distrikten des Landes und nahe an Seen und schiffbaren Flüssen liegen, sind sie wohlfeiler als in der Heimath; allein in neu begründeten, von der Wasser-Communication entfernten Gemeinde-Bezirken, wo die Straßen schlecht sind, und mithin der Gütertransport theuer ist, muß man fast das Doppelte dafür bezahlen. Wo die Production dem Bedarf nicht gewachsen ist, zufolge der Ansiedlung neuer Emigranten in spärlich angebauten Distrikten, oder andrer Ursachen, werden alle Nahrungsmittel theuer verkauft, und lassen sich überhaupt nicht so leicht erlangen. Allein dies sind blos vorübergehende Uebel, die bald ein Ende haben.
Concurrenz macht die Preise in den canadischen Städten eben so gut sinken, als in England, und man kauft jetzt Güter aller Art ziemlich eben so wohlfeil als in der Heimath.«
Wo Preise von örtlichen Umständen abhängen, kann man keinen festen Maaßstab geben; da das, was von der einen Stadt gilt, nicht auch auf eine andre angewendet werden kann, und eine beständige Veränderung in allen bebauten oder halbbebauten Gemeinde-Bezirken vor sich geht. Auf gleiche Weise sind die Vieh-Preise sehr verschieden, sie sind niedriger in alten Ansiedlungen, und dies vorzüglich auf der amerikanischen Seite des Flusses oder der Seen, im Vergleich zu denen in den beiden Canadas (Unter- und Ober-Canada)[38].
»Welche Eigenschaften muß die Frau eines Ansiedlers besitzen? welches sind die gewöhnlichen Beschäftigungen des weiblichen Theils der Familie?« Sind Ihre nächsten Fragen.«
Auf die erste erwiedre ich: — Die Frau eines Ansiedlers muß thätig, fleißig, gewandt, erfinderisch und heitrer Laune sein; sie darf sich keiner Arbeit in der Hauswirthschaft scheuen, und nicht zu stolz sein, um den Rath und die Erfahrung älterer Mitglieder der Gemeinde zu verschmähen, von denen sie manche treffliche Lehre praktischer Weisheit erhalten können.