Diese Krankheit geht vom Rückgrat aus und wird dadurch gelindert, daß man das Horn anbohrt und in die Oeffnung Terpentin, Pfeffer oder andre erhitzende Substanzen einführt.

Hat ein neuer Ankömmling kein Winter-Futter für sein Vieh, so thut er sehr wohl, es mit dem Eintritt des Herbstes zu verkaufen und im nächsten Frühjahr neues anzuschaffen; und wiewohl dies als ein Verlust erscheinen dürfte, so ist dieser doch gewiß weit geringer, als wenn man dasselbe ganz und gar verlöre. Diesen Plan befolgte mein Gatte, und wir befanden ihn entschieden vortheilhaft und ersparten uns überdies manche Sorge, Störung und Plackerei.

Es sind mir einige gute Sorten hiesiger Käse zu Gesicht gekommen, die in der That alles Lob verdienen, insonderheit unsre Grasweide den brittischen Triften bei weitem nicht gleich kommt. Ich will hierin meine Geschicklichkeit nächsten Sommer versuchen; wer weiß, ob ich dann nicht einen canadischen Barden bestimmen dürfte, das Erzeugniß meiner Milcherei eben so zu verherrlichen, wie Blumfield den Suffolk-Käse, Bang zubenamt, verherrlicht hat. Sie erinnern sich doch der Stelle? — Denn Blumfield ist so gut Ihr Landsmann als der meinige — sie beginnt folgender Maaßen: —

»Noch unerreicht o Giles ist dein Käse« u. s. w. Ich bin etwas lange bei der Milchwirthschaft stehen geblieben, da ich weiß, daß Sie alles, was Sie darüber erfahren können, Ihren Freundinnen mittheilen werden.

Sie ersuchen mich ferner um einige Nachrichten über die Cultur des indianischen Korns, (Mais) und wünschen zu wissen, ob es eine nützliche und einträgliche Getraidefrucht ist.

Der Anbau des indianischen Korns auf neu gelichtetem Boden ist sehr leicht und von wenig Arbeit begleitet; auf alten Feldern bedarf es deren mehr. Die Erde wird mit einer breiten Hacke geöffnet, und drei oder vier Körner werden, nebst einem Kürbißsamen ungefähr in jedes dritte oder vierte Loch, und in abwechselnden Reihen, eingestreut; die Löcher müssen mehre Fuß von einander abstehen. Kürbisse und Korn wachsen ganz verträglich mit einander auf, die breiten Blätter der erstern beschatten die jungen Kornpflänzchen und verhindern die zu große Verdünstung der Feuchtigkeit vom Boden; ihre Wurzeln verbreiten sich nicht allzuweit, so daß sie dem Korn nur sehr wenig Nahrung entziehen. Die eine Pflanze rankt sich zu einer erstaunlichen Länge an der Erde hin, während die andre mehre Fuß hoch darüber emporschießt. Sobald das Korn anfängt, sich zu verästeln, muß man den Boden nochmals durchschaufeln, um mehr Erdreich an die Wurzeln zu bringen, und außerdem das der Saat nachtheilige Unkraut ausjäten. Dies ist die ganze Arbeit, bis sich die Aehre anfängt zu bilden, wo die tauben und schwachen Schößlinge abgebrochen und nur vier oder fünf der kräftigsten und fruchtbarsten übrig gelassen werden. Sobald die seidenartigen Fäden braun werden und absterben, muß man sie entfernen, damit alle Nahrung den Körnern zufließe.

Wir hatten in letztem Sommer ein merkwürdiges Beispiel von Ruß an unserm Korn, die kranken Kolben hatten große weiße Blasen (Blattern), so dick wie kleine Bovist oder große Haselnüsse, und diese waren, als man sie aufbrach, mit einer tintenartigen schwarzen Flüssigkeit gefüllt. An den nämlichen Pflanzen konnte man eine regelwiedrige Befruchtung wahrnehmen: dem Kolben fehlten die Körner, welche durch einen eigenthümlichen Zufall auf die Quaste oder männlichen Blumen versetzt waren. Botaniker mögen die Ursache dieser seltsamen Abweichung von der Regel erklären, ich berichte blos die Thatsachen. Ich konnte nicht erfahren, ob der Ruß eine dem indianischen Korn gewöhnliche Krankheit ist, aber im letzten Jahre kam derselbe, hier zu Lande und vorzüglich in unsrer Gegend auch Staub-Kleien (dust-bran) genannt, an der Gerste und dem Weizen ziemlich häufig vor; überhaupt ist zu bemerken, das Staaten auf neu urbar gemachtem Boden dieser Krankheit am meisten ausgesetzt sind[39].

Die reifen Körner werden entweder von dem Kolben abgeklaubt, wie die Bohnen oder Erbsen bei uns, oder man reiht und flicht die Kolben an Stränge wie die Zwiebeln und hängt sie an Stangen oder an den Dachsparren auf den Getraide-Böden und in den Scheunen auf. Das Abstreifen der Körner von den Kolben giebt zu einer geselligen Versammlung Anlaß, welche husking bee (die enthülsende Biene) heißt und, wie alle übrige Bienen, von den Yankies herrührt, gegenwärtig aber unter der unabhängigeren und bessern Ansiedler-Klasse nicht mehr so häufig wie früher stattfindet.