Die Indianer richten die Rehhäute zur Verfertigung von Mocassins zu, die von den Ansiedlern in diesen Theilen sehr gesucht werden; sie sind in Schnee-Wetter sehr behaglich und halten die Füße sehr warm, indeß umwickelt man den Fuß, ehe man sie anlegt, mit einigen Tüchern. Ich trug den ganzen letzten Winter hindurch ein schönes Paar dergleichen Stiefel; sie waren mit Stachelschwein-Spuhlen genäht und mit scharlachnen Binde-Bändern versehn; eine alte Squaw, die Frau des Jägers Peter, sie kennen ihn bereits aus einem früheren Briefe, war die Meisterin, welche sie verfertigt. Bei dieser Gelegenheit erhielt ich ein Pröbchen indianischer Orthographie, das die Mocassins begleitete und mir nicht wenig Spaß machte; ich will Ihnen die paar Zeilen, einem Notchen (Rechnung) nicht unähnlich, hier mittheilen.

Sir

Pleas if you would give something; you must git in ordir in store is woyth (worth) them mocsin porcupine quill on et. One dollars foure yard.

Dieses seltsame Billet war das Machwerk von Peter's ältestem Sohne und sollte mich dahin bedeuten, daß, wofern ich Lust hätte, die Mocassins zu kaufen, der Preis dafür ein Dollar oder eine Anweisung an ein Vorrathshaus auf vier Ellen Cattun sei, denn so verdollmetschte mir die Squaw seinen Inhalt. Die Anweisung auf vier Ellen gedruckten Cattun wurde an Mrs. Peter überliefert, die sie sorgfältig mit Nadeln in die Falten ihres Busentuches befestigte; und wohlzufrieden mit der Zahlung ging sie von dannen.

Dies erinnert mich an einen Besuch, den wir letzte Woche den Indianern abstatteten. Da ich einiges Verlangen in mir fühlte, das seltsame Völkchen in seinem Winter-Lager zu sehen, so äußerte ich meinen Wunsch gegen S—, der bei dem alten Jäger und seiner Familie in großer Gunst steht; als einen Beweis von Auszeichnung haben sie ihm den Titel Chippewa, den Namen ihres Stammes, gegeben. Die Gelegenheit, im Indianer-Wigwam die Honeurs zu machen, kam ihm ganz erwünscht, und es wurde beschlossen, daß er bei uns mit einigen seiner Schwäger und Schwägerinnen, die zufällig auf Besuch bei ihm waren, Thee trinken sollte, und daß wir dann in Gesellschaft einen Ausflug nach dem Lager im Walde machen wollten.

Eine lustige Gesellschaft brachen wir an besagtem Abende bei dem prächtigsten Sternenlicht nach dem verabredeten Orte auf; der Schnee funkelte mit tausend Diamanten auf seiner gefrornen Oberfläche, über die wir mit dem leichtesten Herzen, so leicht wie es nur in dieser sorgenvollen Welt sein kann, wegsetzten. Und gewiß hatte ich nie einen lieblicheren Anblick, als die Wälder darboten; es war am vorhergehenden Tage viel Schnee gefallen, und in Folge der völligen Windstille war auch nicht die kleinste Menge von den Bäumen abgeschüttelt worden. Die stets grünen Nadelhölzer bogen sich unter ihrer glänzenden Last, jeder Zweig, jedes Blatt, jeder Zapfen war bedeckt, und einige dünne Bäumchen lagen, vom Schnee niedergedrückt, fast auf der Erde und bildeten die niedlichsten seltsamsten Lauben und Arkaden über unserm Pfade. Sah man nach den Wipfeln der Bäume empor, so schien der dunkelblaue Himmel von einem silbernen Schleier bedeckt zu sein, durch welchen die hellleuchtenden Sterne mit keuschem Glanze herabblickten.