D. Übs.
[27] Diess kann kein Grund seyn: denn das Alter der Eier polygamischer Vögel, welche 10–20 und mehr Eier legen und eben so viele Tage dazu bedürfen, ist noch viel ungleicher, und doch kommen die Jungen gleichzeitig aus. Es fallen somit auch die Folgerungen weg.
D. Übs.
[28] Ich glaube die Aufgabe der Bienen ist eine einfachre, als dieser mathematischen Formel zu genügen! Eine Einzelbiene macht eine zylindrische Zelle. Stossen wir ihre Zellen möglichst dicht aneinander, so dass keine Zwischenräume bleiben, so können die Zellen nur sechs-, vier- oder dreieckige seyn, indem sie sich an den Aneinanderlagerungs-Seiten abplatten. Nun weichen sechseckige am wenigsten, dreieckige Zellen am meisten von den runden ab; jene bilden mithin die einfachste der möglichen Modifikationen. Diese einfachste Modifikation erheischt im Verhältniss zu ihrem Inhalte allerdings am wenigsten Wachs; — sie beengt aber auch, da ihre verschiedenen Queermesser am wenigsten ungleich sind, die darin nistende Made am wenigsten in ihrer Entwickelung und Bewegung; endlich gibt sie der Wabe am meisten Festigkeit, weil die Zwischenwände sich in drei und bei viereckigen nur in zwei Richtungen kreutzen.
D. Übrs.
[29] V. SIEBOLD hat bekanntlich im vorigen Jahre nachgewiesen, dass bei der Honigbiene (u. a. Insekten) das Geschlecht der Eier von der Befruchtung abhängig ist, welche im Willen der Bienenkönigin steht und nur in gewissen Zellen erfolgt, in andern unterbleibt.
D. Übs.
[30] Obwohl mir dieser Satz nahezu wahr zu seyn scheint, so habe ich doch bis jetzt zu berücksichtigen vergessen, dass daraus noch keineswegs folge, dass nicht Unfruchtbarkeit für zwei im Entstehen begriffene Spezies von grossen Vortheilen soferne seyn könne, als sie dieselben getrennt hält und für verschiedene Lebens-Beziehungen geeignet macht. Die Unfruchtbarkeit der Bastarde mag eine unvermeidliche Folge der erlangten Unfruchtbarkeit [?] ihrer Ältern seyn; aber ich will nicht mehr sagen, weil einige Versuche, die ich in Bezug auf diese wichtige Frage durchzuführen beschäftigt bin, noch nicht zum Abschluss gelangt sind. (Im April 1862.)
[31] C. F. V. GÄRTNER: Versuche und Beobachtungen über die Befruchtungs-Organe der vollkommenen Gewächse und über die natürliche und künstliche Befruchtung durch den eigenen Pollen. Stuttgart 1844. — Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung im Pflanzenreich. Mit Hinweisung auf die ähnlichen Erscheinungen im Thierreiche. Stuttgart 1849.
D. Übs.