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Ein Mann aus Damm, welcher Klas seine Kohlen nicht bezahlen konnte, gab ihm sein bestes Gerät, eine Armbrust mit zwölf scharfgespitzten Bolzen, die als Wurfgeschoß dienten.
In den Stunden, wo die Arbeit feierte, schoß Klas mit der Armbrust; mehr als ein Hase ward von ihm erlegt und zu Frikassee eingekocht, dafür daß er den Kohl zu sehr geliebt hatte.
Alsdann aß Klas unmäßig und Soetkin sagte, auf die öde Landstraße blickend: „Tyll, mein Sohn, spürst du nicht den Wohlgeruch der Brühe? Gewißlich hat er jetzt Hunger.“ Und ganz in Gedanken hätte sie ihm seinen Anteil am Schmause aufheben mögen.
„Wenn ihn hungert,“ sprach Klas, „so ist’s seine Schuld; möge er heimkehren, so wird er essen wie wir.“
Klas hatte Tauben; auch hörte er gern Grasmücken, Distelfinken, Sperlinge und andere singende und geschwätzige Vögel um sich herum singen und zwitschern. Desgleichen schoß er gern die Bussarde und Sperber, die königlichen Vertilger des Vogelvolks.
Einmal, da er im Hofe Kohlen maß, zeigte Soetkin ihm einen großen Vogel, der über dem Taubenschlag in der Luft schwebte. Klas nahm seine Armbrust und sprach:
„Der Teufel errette Seine Gnaden, den Sperber!“
Er spannte seine Armbrust und verfolgte alle Bewegungen des Vogels, um ihn nicht zu fehlen. Es war um die Zeit der Dämmerung, Klas konnte nur noch einen schwarzen Punkt unterscheiden. Er schoß den Bolzen ab und sah einen Storch in den Hof fallen.