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Mit seinem Pilgergewand angetan und seiner Vergehen los und ledig, verließ Ulenspiegel Rom, ging seines Weges fürbaß und kam nach Bamberg, wo man das beste Gemüse der Welt hat.

Er trat in eine Herberge, wo eine fröhliche Wirtin war; die sprach zu ihm:

„Junger Herr, willst Du für dein Geld essen?“

„Ja,“ sagte Ulenspiegel, „aber für wieviel isset man hier?“

Die Wirtin erwiderte:

„An der Herrentafel speist man für sechs Gülden; am Bürgertisch für vier und am Gesindetisch für zwei.“

„Das meiste Geld dient mir allerbest“, versetzte Ulenspiegel und ging und setzte sich an die Herrentafel. Als er sich satt gegessen und seine Mahlzeit mit Rheinwein begossen hatte, sprach er zur Wirtin:

„Gevatterin, ich habe für mein Geld gut gespeist; gib mir die sechs Gülden.“