„Meister Esel,“ sagte er im Weiterreiten, „Du läufst meinem Distelstrauße nach und lässest den schönen Weg, der ganz mit diesen leckeren Pflanzen bestanden ist, hinter Dir. So machen es alle Menschen; die einen wittern den Duft des Ruhmes, den Fortuna ihnen unter die Nase hält, die andern den Duft des Gewinstes und etliche den Duft der Liebe. Am Ende des Weges werden sie wie Du gewahr, daß sie dem nachgelaufen sind, was wenig war, und das zurückgelassen haben, was etwas war, nämlich: Gesundheit, Arbeit, Ruhe und Wohlsein daheim.“

Dergestalt mit seinem Esel schwätzend, kam Ulenspiegel vor den Palast des Landgrafen.

Zwei Hauptleute der Scharfschützen würfelten auf der Treppe. Der eine von ihnen, welcher rothaarig und riesengroß war, sprach zu Ulenspiegel, der bescheidentlich auf Jef saß und ihnen zusah: „Was willst Du bei uns mit Deiner ausgehungerten Pilgerfratze?“

„Ich habe freilich großen Hunger,“ versetzte Ulenspiegel, „und wallfahrte wider Willen.“

„So Du Hunger hast,“ erwiderte der Hauptmann, „so schlinge den Strick hinunter, der am nächsten Galgen baumelt; der ist für Landstreicher bestimmt.“

„Herr Hauptmann,“ antwortete Ulenspiegel, „wenn Ihr mir den schönen güldenen Strick gäbet, den Ihr am Hute traget, so würde ich mich mit den Zähnen an jenem fetten Schinken aufhängen, der dorten beim Garkoch baumelt.“

„Woher kommst Du?“ fragte der Hauptmann.

„Aus Flandern“, antwortete Ulenspiegel.

„Was willst Du?“

„Seiner landgräflichen Gnaden ein Gemälde meiner Art zeigen.“