Da sie solches gesagt hatte, ward Nele von Katheline erweckt.

Und Klas sah in Gedanken, wie die Herdflamme den Rauchfang erhellte.


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Als Ulenspiegel den Landgrafen von Hessen verließ, bestieg er seinen Esel, und da er über den Marktplatz kam, stieß er auf etliche ergrimmte Gesichter von Herren und Damen, aber das kümmerte ihn nicht.

Alsbald gelangte er in das Gebiet des Herzogs von Lüneburg; da traf er eine Schar Schelmenbrüder, lustige Vlamländer aus Sluys, die alle Samstag etliches Geld beiseite legten, um einmal im Jahre nach Deutschland zu reisen.

Sie fuhren singend ihres Weges, in einem ungedeckten Leiterwagen, gezogen von einem starken Pferd von Vuerne-Ambacht, das sie durch die Wege und Sümpfe des Herzogtums Lüneburg führte. Etliche unter ihnen spielten die Flöte, Fiedel und Bratsche oder den Dudelsack mit großem Getöse. Zur Seite des Wagens schritt mannigmal ein Dicksack, der den Rommelpot spielte und zu Fuß wanderte, in der Hoffnung, seinen Wanst zum Schmelzen zu bringen.

Da sie beim letzten Gülden angelangt waren, sahen sie Ulenspiegel auf sich zukommen, der mit klingender Münze belastet war; sie kehrten in eine Herberge ein und zahlten einen Trunk für ihn. Ulenspiegel ließ es sich gern gefallen. Da er jedoch sah, daß die Schelmenbrüder mit den Augen zwinkerten und lächelten, wenn sie ihm einschenkten, bekam er Wind von etwelchem Schabernack, ging hinaus und stellte sich an die Türe, um ihre Reden zu hören. Er hörte den Dicksack von ihm sagen:

„Das ist des Landgrafen Maler, dem er mehr als tausend Gülden für ein Gemälde gegeben hat. Laßt ihn uns festlich bewirten, er wird uns das Doppelte dafür wiedergeben.“