„Amen“, sprachen die andern.

Ulenspiegel ging und band seinen gesattelten Esel tausend Schritte von da bei einem Pächter an, gab einer Magd zwei Pfennig, um ihn zu hüten, trat wieder in die Wirtsstube und setzte sich an den Tisch der Schelmenbrüder, ohne ein Wort zu sagen. Diese schenkten ihm ein und zahlten die Zeche. Ulenspiegel ließ in seinem Mantelsack die Gülden des Landgrafen klingen und erzählte dabei, daß er seinen Esel einem Bauern für siebzehn Silbertaler verkauft hätte.

Sie reisten, aßen und tranken dabei, bliesen Flöte und Dudelsack und spielten den Rommelpot, und unterwegs lasen sie die Weiblein auf, die ihnen artig zu sein bedünkten. Solcherart erzeugten sie Herrgottskinder, sonderlich Ulenspiegel, dessen Gesellin nachmals einen Sohn hatte, den sie Eulenspiegelchen nannte, maßen die Schöne den Sinn des Namens von ihrem Zufallsmanne nicht wohl verstund, und vielleicht auch zum Andenken an die Stunde, darin der Knabe erzeugt ward. Und von diesem Eulenspiegelchen wird fälschlich gesagt, daß er zu Knetlingen im Lande Sachsen geboren ward.

Sie ließen sich von ihrem wackern Gaule ziehen und kamen eine Straße entlang, an deren Rande ein Dorf und ein Wirtshaus lag, das trug ein Schild „Zum Kessel“, und es drang ein lieblicher Duft von Fleischgerichten heraus.

Der Dicksack, der den Rommelpot spielte, ging zum Baas und sagte von Ulenspiegel:

„Das ist des Landgrafen Maler, er wird alles zahlen.“

Der Wirt betrachtete Ulenspiegels Miene, die gut war, und da er den Klang der Gülden und Taler vernahm, trug er zu essen und zu trinken auf. Ulenspiegel ließ sich nichts abgehen. Und immer klingelten die Taler in seiner Geldkatze, und mannigmal hatte er auch auf seinen Hut geschlagen und gesagt, daß darin sein größter Schatz wäre. Da nun das Gelage zwei Tage und zwei Nächte gewährt hatte, sprachen die Schelmenbrüder zu Ulenspiegel:

„Laßt uns aufbrechen und die Zeche zahlen.“

Ulenspiegel antwortete:

„Wenn die Ratte im Käse ist, verlangt es sie, fortzugehen?“