Und sie mußten sich alle entblößen, um ihre Zehrung zu zahlen. Und also zogen sie im Hemd über Berg und Tal, denn ihr Pferd und ihren Wagen hatten sie nicht verkaufen wollen.
Und ein jeglicher, der sie so erbärmlich sah, gab ihnen gern Brot zu essen, Bier und bisweilen auch Fleisch, denn sie erzählten überall, sie wären von Räubern ausgeplündert worden.
Und alle mitsammen hatten sie nur eine Hose.
Und also kamen sie im Hemde nach Sluys zurück, tanzten auf ihrem Wagen und spielten den Rommelpot.
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Derweilen ritt Ulenspiegel auf Jefs Rücken durch das Land und die Sümpfe des Herzogs von Lüneburg. Die Vlamländer nennen diesen Herzog den Water-Signorke, dieweil immer feucht Wetter bei ihm ist.
Jef gehorchte Ulenspiegel gleich wie ein Hund, trank Braunbier, tanzte besser denn ein ungarischer Meister in der Kunst der Grazien, stellte sich beim leisesten Wink für tot und legte sich auf den Rücken.
Ulenspiegel wußte, daß der Herzog von Lüneburg gekränkt und erbost war, dieweil Ulenspiegel seiner zu Darmstadt vor dem Landgrafen von Hessen gespottet, und daß er ihm sein Land bei Strafe des Galgens verboten hatte. Plötzlich sah er Seine Herzogliche Hoheit in Persona daherkommen, und da er ihn als heftig kannte, ergriff ihn die Furcht. Er sprach zu seinem Esel: