Und Klas ward in sein Gefängnis zurückgeführt.
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Am folgenden Tage, welcher der Vorabend von Klasens Hinrichtung war, wußten Nele, Ulenspiegel und Soetkin das Urteil.
Sie baten die Richter um Einlaß ins Gefängnis, welches ihnen gewährt ward, aber nicht Nele.
Da sie hineingingen, sahen sie Klas mit einer langen Kette an die Mauer gefesselt. Ein kleines Holzfeuer brannte im Kamin wegen der Feuchtigkeit. Denn nach Recht und Gesetz ist es in Flandern befohlen, gegen die, so sterben sollen, milde zu sein und ihnen Brot, Fleisch oder Käse und Wein zu geben. Aber die habgierigen Kerkermeister handeln oftmals dem Gesetz zuwider, und ihrer sind viele, die den größten Teil und die besten Stücke der Nahrung der armen Gefangenen essen.
Weinend umarmte Klas Ulenspiegel und Soetkin, aber er war der erste, der trockne Augen hatte, wie es ihm als Mann und Familienhaupt geziemte.
Soetkin weinte und Ulenspiegel sprach:
„Ich will diese abscheulichen Ketten zerbrechen.“