„Armer Schelm,“ sagte Soetkin, „die Männer vermögen den Schmerz nicht so zu ertragen, wie die Frauen.“

Da sie sahe, daß Ulenspiegel um ihretwillen bleich wie ein Toter ward, sagte sie noch:

„Ich habe Haß und Kraft.“

„Schonet der Witwe“, sprach Ulenspiegel.

„Nehmt mich statt seiner“, sprach Soetkin.

Der Amtmann fragte den Henker, ob er die Werkzeuge bereit halte, die zur Erkenntnis der Wahrheit erforderlich seien.

Der Henker antwortete:

„Sie sind alle hier.“

Nachdem die Richter Rat gehalten hatten, bestimmten sie, daß mit der Frau begonnen werden müsse, um die Wahrheit zu erfahren.

„Denn“, sagte einer der Schöffen, „es ist kein Sohn, der grausam genug wäre, seine Mutter leiden zu sehen, ohne das Verbrechen zu bekennen und sie solchergestalt zu erlösen. Desgleichen wird jede Mutter für die Frucht ihres Leibes tun, hätte sie gleich das Herz einer Tigerin.“