Soetkin weinte und schüttelte ihre blutenden Hände.

„Bekenne die Unterschlagung,“ sprach der Amtmann, „und Dir soll verziehen sein.“

„Der Fischhändler braucht Verzeihung“, antwortete Ulenspiegel.

„Du willst der Richter spotten?“ sagte einer der Schöffen.

„Ich spotten? Ach,“ antwortete Ulenspiegel, „ich stelle mich nur so, glaubet mir.“

Soetkin sah nun, daß der Henker auf Befehl des Amtmanns ein Becken mit glühenden Kohlen anfachte und daß ein Knecht zwei Unschlittkerzen entzündete.

Sie wollte sich auf ihren zerquetschten Füßen erheben, doch sie fiel in den Sitz zurück und rief aus:

„Schafft das Feuer fort! Ach, ihr Herren Richter, schont seiner armen Jugend. Schafft das Feuer fort.“

„Der Fischhändler!“ rief Ulenspiegel, da er sie schwach werden sah.

„Ziehet Ulenspiegel einen Schuh hoch vom Boden“, sagte der Amtmann; „stellet ihm das Kohlenbecken unter die Füße und haltet eine Kerze unter jede Achsel.“