Soetkin trug ein Zeichen neuer Mutterschaft unter dem Gürtel. Katheline war ebenfalls schwanger, wagte aber aus Furcht nicht, das Haus zu verlassen.

Da Soetkin sie heimsuchen kam, sprach die betrübte Schwangere: „Was soll ich tun mit der armen Frucht meines Leibes? Soll ich sie ersticken? Lieber will ich sterben. Doch wenn mich die Häscher ergreifen, dieweil ich ein Kind habe und bin nicht verheiratet, so werden sie mich wie eine Dirne zwanzig Gulden zahlen lassen und ich werde auf dem Markte gestäupt werden.“

Soetkin sprach ihr gütlich zu, um sie zu trösten, und verließ sie und kehrte nachdenklich heim. Also sprach sie eines Tages zu Klas: „Wenn ich anstatt eines Kindes deren zwei hätte, würdest Du mich schlagen, Mann?“

„Ich weiß nicht“, sagte Klas.

„Wenn aber das zweite nicht aus meinem Schoß wäre, und ein Unbekannter, wohl gar der Teufel, hätte es gezeugt?“

„Die Teufel erzeugen Feuer, Tod und Rauch, aber Kinder, nein. Ich würde Kathelines Kind wie das meine halten.“

„Das würdest Du tun?“

„So sagte ich.“

Soetkin ging und brachte Katheline die Kunde. Da sie solches vernahm, wußte sie sich vor Freuden nicht zu lassen und rief voller Entzücken: