Die Alte kehrte unversehens heim.
Ulenspiegel, erbost sie zu sehen, rannte wie ein Hirsch durch die Gasse und schrie: „Es brennt, es brennt“, bis er vor dem Hause des Bäckers Jakob Pietersen angelangt war. Die Fensterscheiben waren nach deutscher Art und flammten rot in der untergehenden Sonne. Ein dicker Rauch von Scheiten, so im Backofen zu Kohle wurden, entstieg der Esse der Bäckerei. Ulenspiegel rannte unaufhörlich und schrie: „Es brennt, es brennt“, und zeigte auf Jakob Pietersens Haus. Die Menge sammelte sich davor, sah die roten Fensterscheiben und den dicken Rauch und schrie gleich wie Ulenspiegel: „Es brennt, es brennt“. Der Wächter Unserer lieben Frau von der Kapellen stieß ins Horn, dieweil der Küster aus Leibeskräften die Feuerglocke, „Wacharm“ genannt, läutete. Und die Büblein und Dirnlein liefen pfeifend und singend in Schwärmen herzu.
Da Glocke und Trompete immerwährend erschallten, schnürte die alte Potztausend ihr Bündel und ging von dannen.
Ulenspiegel erspähte sie. Als sie fern war, trat er ins Haus.
„Du hier,“ sagte das Mägdlein, „so brennt es dorten nicht?“
„Da? nein“, antwortete Ulenspiegel.
„Aber die Glocke, die läutet?“
„Sie weiß nicht, was sie tut“, antwortete Ulenspiegel.
„Und diese klägliche Trompete und all das rennende Volk?“
„Die Zahl der Narren ist unendlich.“