Aber Ulenspiegel bestieg die Kanzel und warf den Sprecher mit Gewalt die Stiege hinunter.

„Ihr Rasenden,“ sagte er zum Volke, „Ihr wahnsinnigen Narren, Ihr einfältigen Narren, die Ihr nicht weiter sehet als Eure rotzige Nasenspitze, begreifet Ihr nicht, daß all dies das Werk von Verrätern ist? Sie wollen Euch zu Kirchenschändern und Räubern machen, um Euch für Rebellen zu erklären, Eure Geldtruhen zu leeren, Euch zu brandmarken und lebendig zu verbrennen. Und der König wird erben! Signorkes und Pagaders, messet den Worten dieser Unglücksstifter keinen Glauben bei; lasset Unsre liebe Frau in ihrer Nische, lebet standhaft, indem Ihr fröhlich arbeitet und Euren Gewinst und Verdienst ausgebet. Der schwarze Teufel des Verderbens hat ein Auge auf Euch. Durch Plünderung und Zerstörung will er das feindliche Heer herbeirufen, um Euch als Rebellen zu behandeln. Dann wird Alba durch Diktatur, Inquisition, Konfiskation und Tod über Euch herrschen und er wird erben.“

„Wehe,“ sprach Lamm, „plündert nicht, Signorkes und Pagaders; der König ist schon sehr erzürnt. Die Tochter der Stickerin hat es meinem Freund Ulenspiegel gesagt. Plündert nicht, Ihr Herren.“

Aber das Volk konnte sie nicht hören.

Die Unbekannten schrien:

„Plünderung und Austreibung! Plünderung, Brabant für den guten Herzog! Ins Wasser mit den Heiligen! Sie schwimmen besser denn Fische!“

Ulenspiegel hielt sich an der Kanzel fest und rief vergeblich:

„Signorkes und Pagaders, leidet die Plünderung nicht! Rufet nicht das Verderben auf die Stadt herab!“

Er ward fortgezerrt und ohngeachtet er sich mit Händen und Füßen wehrte, ward ihm Gesicht, Wams, Hosen, alles zerrissen.

Und wiewohl blutend, ließ er nicht ab zu schreien: