„Wohlan, komm doch, artiger Pilger, komm. Wir wollen Dich lieben, herzen, bewirten und Dich an einem Tage heilen.“

„Ich weiß es,“ sagte er, „Frauenhände sind ein göttlicher Balsam für alle Wunden.“

Aber der eifersüchtige Waibel sprach zu Herrn von Lamotte:

„Euer Gnaden, ich glaube, dieser Pilger hat uns mit seinem gebrochenen Beine zum besten, um in den Wagen der Dirnen zu steigen. Befehlet, daß man ihn auf dem Wege zurücklasse.“

„Das will ich,“ antwortete Herr von Lamotte.

Und Ulenspiegel ward in dem Graben gelassen.

Etliche Soldaten glaubten, daß er wahrhaftig das Bein gebrochen habe, und waren betrübt darüber, maßen er ein so fröhlicher Gesell war. Sie ließen ihm Fleisch und Wein für zwei Tage. Die Mädchen wären ihm gerne zu Hilfe gekommen, aber da sie es nicht vermochten, warfen sie ihm alles zu, was ihnen von den Hühnern geblieben war.

Da das Kriegsvolk sich verzogen hatte, lief Ulenspiegel in seinem Pilgerkleid querfeldein, kaufte sich ein Pferd und kam auf Wegen und Stegen wie der Wind nach Herzogenbusch.

Bei der Kunde von der Ankunft der Herren von Beauvoir und von Lamotte waffneten sich die aus der Stadt, achthundert Mann hoch, wählten Hauptleute und sandten Ulenspiegel als Kohlenträger verkleidet nach Antwerpen, um Hilfe von Brederode, dem herkulischen Zecher zu holen.

Und die Herren von Lamotte und von Beauvoir fanden Herzogenbusch, die wachsame Stadt, zu kühner Abwehr bereit und konnten nicht eindringen.