Es war aber am ersten Tage des Ostermonds, daß Ulenspiegel tat, wie ihm geheißen war, und sich in den Kamin setzte. Er war es zufrieden, daß kein Feuer darinnen war, denn er gedachte, wenn kein Rauch da wäre, würde sein Gehör um so schärfer sein.
Alsbald öffnete sich die Türe des Saales und ein Windstoß ging ihm durch und durch. Aber er nahm diesen Wind in Geduld hin und sagte sich, daß er seine Aufmerksamkeit auffrischen würde. Darnach hörte er die Herren von Oranien, Egmont und die anderen in das Gemach treten. Sie begannen zu reden: von den Befürchtungen, die sie hatten, vom Zorne des Königs und der schlechten Verwaltung der Gelder und Finanzen. Einer sprach in hellem, bittrem, hoffärtigem Tone, das war Egmont. Ulenspiegel erkannte ihn wieder, desgleichen Hoogstraten an seiner heiseren Stimme, von Hoorn an seiner lauten Stimme, den Grafen Ludwig von Nassau an seinem derben, kriegerischen Ton, und den Schweiger daran, daß er alle seine Worte langsam aussprach, als wöge er ein jegliches auf einer Wage.
Graf Egmont fragte, warum man sie zum andern Male zusammen riefe, maßen sie in Hellegat Muße gehabt hätten, sich zu entscheiden, was sie tun wollten.
Von Hoorn antwortete:
„Die Zeit entfleucht; der König ist zornig; hüten wir uns zu zaudern.“
Da sagte der Schweiger:
„Die Lande sind bedroht; man muß sie vor dem Angriff eines fremden Heeres schirmen.“
Egmont entgegnete aufbrausend, es verwunderte ihn, daß der Herr und König sich bemüßigt fühlte, ein Heer zu entsenden, nun, da durch der Herren Fürsorge, in Sonderheit die seine, alles beruhigt sei.
Doch der Schweiger versetzte:
„Philipp hat in den Niederlanden vierzehn Haufen Kriegsvolk, und ein jeder Soldat hält zu Dem, der bei Saint-Quentin und bei Gravelingen befehligte.“