„Wir ziehen zum Grabe des heiligen Remaclius, um ihn zu bitten, daß er uns gebe, was unser Herz begehrt, und die Demütigung, die er uns auferlegte, von unserm Rücken nehme.“
Ulenspiegel versetzte:
„Könnte doch der heilige Remaclius auch mir geben, was mein Herz begehrt, und von dem Rücken der armen Gemeinden den Blutherzog fortnehmen, der gleich einen bleiernen Buckel darauf lastet.“
„Es ist nicht seines Amtes, zur Buße auferlegte Buckel fortzunehmen,“ antwortete der Pilger.
„Hat er etliche andere fortgenommen?“ fragte Ulenspiegel.
„Ja, wenn die Buckel jung sind. Wenn alsdann das Wunder der Heilung geschieht, halten wir in der ganzen Stadt Gelage und Schmausereien. Und jeglicher Pilger gibt dem glücklich Geheilten, der durch dieses Geschehnis heilig geworden ist und mit Erfolg für die andern beten kann, ein Geldstück und oftmals einen Goldgülden.“
Ulenspiegel sagte:
„Weshalb läßt der reiche Sankt Remaclius sich die Heilungen wie ein lumpiger Apotheker bezahlen?“
„Gottloser Wanderer, er straft die Lästerer!“ entgegnete der Pilger und schüttelte wütend seinen Höcker.
„Wehe!“ ächzte Ulenspiegel.