Derweilen verließ Ulenspiegel seinen Baum. Als er durch die menschenleere Vorstadt kam, sah er an der niedern Türe einer Schenke zwei Blasen an einem Stock schaukeln, Schweinsblasen, so zum Zeichen der Blutwurst-Kirmes, panch kermis, wie man im Lande Brabant sagt, angehängt waren.

Ulenspiegel nahm eine der beiden Blasen, las die Rückengräte einer Scholle vom Boden auf, ließ sich zur Ader, ließ von seinem Blut in die Blase fließen, blies sie auf, schloß sie und legte sie auf seinen Rücken und oben drauf die Rückengräte der Scholle. Also ausstaffiert, kam er mit gewölbten Rücken, wackelndem Kopf und schlotternden Beinen wie ein alter Buckliger auf den Platz. Der Pilger, der Zeuge seines Falles gewesen, erblickte ihn und schrie:

„Da ist der Gotteslästerer!“

Und er wies mit dem Finger auf ihn. Und alle kamen herbei, um den Gestraften zu sehen.

Ulenspiegel schüttelte kläglich den Kopf.

„Ach,“ sprach er, „ich verdiene nicht Gnade noch Erbarmen; tötet mich wie einen tollen Hund.“

Und die Buckligen sprachen, sich die Hände reibend:

„Einer mehr in unsrer Brüderschaft.“

Zwischen den Zähnen murmelnd: „Das sollt Ihr mir büßen, Ihr Bösen,“ schien er alles geduldig zu ertragen und sprach:

„Ich werde nicht essen und nicht einmal trinken, um meinen Buckel nicht festzumachen, bis daß Sankt Remaclius die Gnade gehabt hat, mich zu heilen, wie er mich geschlagen hat.“