Auf das Gerücht von dem Wunder kam der Dechant aus der Kirche. Es war ein großer majestätischer Mann mit einem Schmerbauch. Mit erhobner Nase zerteilte er die Flut der Buckligen gleich einem Schiffe.

Man zeigte ihm Ulenspiegel und er sprach zu ihm:

„Bist Du es, armer Tropf, den Sankt Remaclius Geißel geschlagen hat?“

„Ja, Herr Dechant,“ antwortete Ulenspiegel, „ich bin’s wahrlich, sein untertäniger Verehrer, der sich von seinem neuen Buckel heilen lassen will, so es ihm gefällt.“

Der Dechant, der hinter dieser Rede eine Bosheit witterte, sprach:

„Laß mich diesen Buckel befühlen.“

„Befühlt ihn, Herr,“ versetzte Ulenspiegel.

Nachdem er es getan, sprach der Dechant:

„Er ist neuen Ursprungs und feucht. Indessen hoffe ich, daß Sankt Remaclius geruhen wird, Barmherzigkeit zu üben. Folge mir.“

Ulenspiegel folgte dem Dechanten und trat in die Kirche. Die Buckligen schritten hinter ihm her und schrieen: „Sehet den Verfluchten! Sehet den Lästerer! Wie viel wiegt Dein neuer Buckel? Wirst Du einen Sack draus machen, um Deine Taler hinein zu tun? Du hast Dein Lebelang unser gespottet, dieweil Du grade warst, jetzt ist die Reihe an uns. Ehre sei dem heiligen Herrn Remaclius!“