Da Lamm aus seinem Versteck trat, sah er Ulenspiegel ganz mit Blut bedeckt. Ohngeachtet seines Bauches wie ein Hirsch rennend, gelangte er zu Ulenspiegel, der neben den Getöteten auf der Erde saß.

„Er ist verwundet,“ sprach er, „mein herzlieber Freund, von diesem nichtsnutzigen Mörder verwundet.“ Und mit einem Stoß seines Absatzes zerbrach er dem nächsten Prediger die Zähne. „Du antwortest nicht, Ulenspiegel! Wirst Du sterben, mein Sohn? Wo ist der Balsam? Ha, unten in seinem Felleisen unter den Würsten. Ulenspiegel, hörst Du mich nicht? Wehe, ich habe kein lauwarmes Wasser, Deine Wunde zu waschen, und keine Möglichkeit, welches zu bekommen. Aber das Sambrewasser wird genügen. Sprich zu mir, mein Freund. Du bist doch nicht so schwer verwundet. Ein wenig Wasser, recht kalt, nicht so? Er erwacht. Ich bin es, mein Sohn, dein Freund. Sie sind alle tot. Leinwand, Leinwand, seine Wunden zu verbinden. Keine da. Also mein Hemd.“ / Er zog sich aus. / Und Lamm redete weiter: „In Stücke das Hemd. Das Blut stockt. Mein Freund wird nicht sterben.“

„Ha,“ sprach er, „es ist kalt mit nacktem Rücken in dieser frischen Luft. Kleiden wir uns wieder an. Er wird nicht sterben. Ich bin’s, Ulenspiegel, ich, Dein Freund Lamm. Er lächelt. Ich werde die Mörder plündern. Sie haben Bäuche aus Gülden. Güldene Kaldaunen. Karolus, Gülden, Taler, Stüver und Briefe. Wir sind reich. Ueber dreihundert Karolus zu teilen. Wir wollen die Waffen und das Geld nehmen. Eisenwind wird noch nicht für Seine Gnaden wehen.“

Ulenspiegel stand auf und klapperte vor Frost mit den Zähnen.

„Da bist Du wieder auf den Beinen!“ sprach Lamm.

„Das ist die Kraft des Balsams,“ antwortete Ulenspiegel.

„Balsam der Tapferkeit,“ versetzte Lamm.

Alsdann nahm er die Leichen der drei Prediger eine nach der andern und warf sie in ein Loch zwischen den Felsen; ihre Waffen und Kleider ließ er ihnen, außer dem Mantel.

Und am Himmel, rund um sie her, krächzten die Raben, die ihres Futters harrten. Und die Sambre floß wie ein eherner Strom unter dem grauen Himmel. Und der Schnee fiel und wusch das Blut fort.

Dennoch waren sie bekümmert und Lamm sprach: