„Der Feind ist nahe; wir haben den Lärm der Trommeln und Pfeifen gehört und die Fahnen erblickt. Es ist eine starke Abteilung Reiterei, die dorthin gerückt ist, um Euch in irgend einen Hinterhalt zu locken. Die Hauptmacht ist ohnzweifelhaft ferner.“
Alsbald ließ der Herzog Feldmeister, Obristen und Hauptleute benachrichtigen, befahl, das Heer in Schlachtordnung aufzustellen, und ließ den Feind auskundschaften.
Plötzlich erschienen vier Wagen, die auf die Scharfschützen zufuhren. In den Wagen tanzten die Männer und Weiber, die Flaschen machten die Runde, und lustig kreischten die Pfeifen, ächzten die Schalmeien, dröhnten die Trommeln und schnarrten die Dudelsäcke.
Nachdem die Hochzeitsgesellschaft Halt gemacht hatte, kam Alba selbst auf den Lärm herbei und sah die junge Frau auf einen der vier Wagen, Ulenspiegel, ihr Ehegespons, neben ihr, ganz mit Blumen geschmückt; und alle Bauern und Bäuerinnen waren abgestiegen, tanzten herum und gaben den Soldaten zu trinken.
Alba und die Seinen verwunderten sich gewaltig der Einfalt dieser Bauern, die da sangen und feierten, wo alles um sie her in Waffen war. Und die in den Wagen waren, gaben den Soldaten all ihren Wein.
Und sie wurden von ihnen gepriesen und geehrt.
Da der Wein in den Wagen ein Ende nahm, machten sich die Bauern und Bäuerinnen beim Klange der Schellentrommeln, Quer- und Sackpfeifen wieder auf den Weg, ohne belästigt zu werden. Und frohen Muts gaben die Soldaten ihnen zu Ehren eine Salve Büchsenschüsse ab. Und dergestalt zogen sie in Maestricht ein, wo Ulenspiegel sich mit reformierten Unterhändlern ins Einvernehmen setzte, um der Flotte des Schweigers Schiffe, Waffen und Munition zu senden. Und desgleichen taten sie in Landen. Und als Tagelöhner gekleidet zogen sie allerorten hin.
Dem Herzog ward die Kriegslist kund; und es ward ein Lied darauf gemacht, welches man ihm sandte, und der Kehrreim lautete:
„Blutherzog, Du Tropf,
Hast Du die Braut gesehen?“