Und allemal, wenn er ein falsches Manöver gemacht hatte, sangen die Soldaten:
„Der Herzog ist geblendet,
Er hat die Braut gesehen.“
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Inzwischen brütete König Philipp unheilvollen Trübsinn. In seinem leidenden Hochmut bat er Gott, ihm Macht zu geben, Engelland zu besiegen, Frankreich zu erobern, Mailand, Genua und Venedig zu nehmen und dergestalt als großer Meerbeherrscher über ganz Europa zu regieren.
Dieses Triumphes gedenkend, lachte er nicht.
Es fror ihn beständig; der Wein erwärmte ihn nicht, noch das Feuer von duftendem Holze, das allezeit in dem Gemache, darin er sich aufhielt, brannte. Dieweil er unaufhörlich schrieb und inmitten so vieler Briefe saß, daß man hundert Tonnen damit hätte anfüllen können, gedachte er der allumfassenden Weltherrschaft, wie sie die römischen Kaiser ausgeübt hatten. Er gedachte des eifersüchtigen Hasses wider seinen Sohn Don Carlos, seit dieser an Herzog Albas Stelle nach den Niederlanden hatte gehen wollen, ohne Zweifel, um dort den Versuch zu machen zu regieren; so glaubte er.
Und beim Anblick dieses wilden und bösartigen Verrückten, der häßlich und mißgestalt war, faßte er noch größeren Haß gegen ihn. Doch er redete nicht darüber.