Und König Philipp sah die Prinzessin von Eboli, welche verheiratet war, mit begehrlichen Blicken an. Er bat sie um Liebe, und sie gewährte sie ihm.

Madame Isabella von Frankreich, von der man sagte, daß sie des Don Carlos Absichten auf die Niederlande begünstigt habe, ward mager und leidend. Und ihre Haare fielen in großen Strähnen auf einmal aus. Sie hatte oftmals Erbrechen, und die Nägel ihrer Füße und Hände fielen ab. Und sie starb.

Und Philipp weinte nicht.

Die Haare des Prinzen von Eboli fielen gleichfalls aus und er ward traurig und klagte immer. Dann fielen auch die Nägel seiner Füße und Hände ab.

Und König Philipp ließ ihn beisetzen.

Und er bezahlte die Trauer der Witwe und weinte nicht.


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Zu jener Zeit kamen etliche Frauen und Mädchen aus Damm und fragten Nele, ob sie nicht Maienbraut sein und sich mit dem Bräutigam, den man ihr schaffen würde, im Gebüsch verstecken wolle. Denn, so sprachen die Frauen nicht ohne Eifersucht, es ist kein junger Mann in ganz Damm und Umgegend, der sich Dir nicht verloben würde: Dir, die Du so schön, sittsam und blühend bleibst, / ohne Zweifel eine Hexengabe.“