„Gevatterinnen,“ antwortete Nele, „saget den jungen Männern, die meiner begehren: Neles Herz ist nicht hier, sondern bei dem, der umherstreift, das Land der Väter zu befreien. Und wenn ich blühend bin, wie Ihr saget, so ist es nicht Hexengabe, sondern Gabe der Gesundheit.“

Die Gevatterinnen antworteten:

„Katheline steht jedoch im Verdacht.“

„Glaubet nicht den Worten der Bösen,“ antwortete Nele, „Katheline ist keine Hexe. Die Herren vom Gericht haben ihr Werg auf dem Kopf verbrannt und Gott hat sie mit Wahnsinn heimgesucht.“

Und Katheline kauerte in einem Winkel, schüttelte den Kopf und sprach:

„Nehmt das Feuer fort, Hanske, mein Liebster wird wiederkommen.“

Da die Gevatterinnen fragten, wer dieser Hanske sei, antwortete Nele:

„Es ist Klasens Sohn, mein Milchbruder, den sie verloren wähnt, seit Gott sie heimgesucht hat.“

Und die guten Gevatterinnen gaben Katheline Silberstüver. Und wenn sie neu waren, zeigte sie sie Einem, den keiner sah, und sagte: „Ich bin reich, reich an glänzendem Silber. Komm, Hanske, mein Buhle, ich werde meine Liebesfreuden bezahlen.“

Und nachdem die Gevatterinnen fort waren, weinte Nele in der einsamen Hütte. Sie gedachte an Ulenspiegel, der in fernen Landen umherirrte, ohne daß sie ihm folgen konnte, und an Katheline, die oftmals ächzte: „Nehmt das Feuer fort,“ und mit beiden Händen an ihre Brust faßte und also zeigte, daß das Feuer des Wahnsinns Haupt und Leib mit Fieber verbrannte.