„Hört Ihr das Totenglöcklein von Notre Dame läuten? Wir brennen! Wer will gehen und die Kirchhöfe erwecken?“

Da Lamm so viel Frauen, braune und blonde, frische und verblühte, zumal sah, schämte er sich, schlug die Augen nieder und rief „Ulenspiegel, wo bist du“?

„Er ist verschieden, mein Freund,“ sagte ein dickes Mädchen und faßte ihn am Arme.

„Verschieden?“ fragte Lamm.

„Ja,“ sprach sie, „vor dreihundert Jahren, in Gesellschaft von Jacobus de Coster van Maerlandt.“

„Lasset mich,“ sprach Lamm „und neckt mich nicht. Ulenspiegel, wo bist Du? Komm und rette Deinen Freund! Ich gehe unverzüglich fort, wenn Ihr mich nicht loslasset.“

„Du wirst nicht fortgehen,“ sagten sie.

„Ulenspiegel,“ sprach Lamm zum andren Mal kläglich, „wo bist Du, mein Sohn? ... Madame, zieht mich nicht so bei den Haaren; ich versichere Euch, es ist keine Perrücke. Zu Hilfe! Findet Ihr meine Ohren noch nicht rot genug, ohne daß Ihr das Blut hineintreibt? Siehe, nun gibt mir diese Andere immerdar Nasenstüber. Ihr tut mir wehe. Ach, womit reibt man mir jetzt das Gesicht? Den Spiegel! Ich bin schwarz wie das Loch eines Backofens. Ich werde alsbald bös werden, wenn Ihr nicht ein Ende macht. Es ist schlecht von Euch, einen armen Menschen so zu mißhandeln. Laßt mich! Wenn Ihr mich rechts und links und überall an den Hosen gezogen und mich wie einen Kreisel gedreht habt, seid Ihr dicker davon? Ja, ich werde sicherlich bös werden.“

„Er wird bös werden,“ sagten sie spottend; „er wird bös werden, der gute Kerl. Lache lieber und sing uns ein Minnelied.“

„Ich werde allsogleich eins singen, wenn Ihr wollt; aber lasset mich los.“