„Bringt alles,“ sprach Lamm.

Der Tisch ward alsogleich besetzt, und Ulenspiegel ergötzte sich daran, dem armen Lamm zuzusehen, der sich hungriger denn je auf den Eierkuchen, die Choesels, den Kapaun, den Schinken und die Kalbsrippen stürzte und Dobbel-knol und Dobbel-kuyt und Löwener Wein, auf burgundische Art gekeltert, maßweise in den Schlund goß.

Als er nichts mehr essen konnte, schnob er vor Behagen wie ein Walfisch und ließ seine Blicke über den Tisch schweifen, um zu sehen, ob es nichts mehr zu beißen gäbe. Und er knusperte die Krumen.

Weder Ulenspiegel noch er hatten das hübsche Lärvchen gesehen, das lächelnd durch die Scheibe blickte und im Hofe hin und wieder ging. Nachdem der Wirt Glühwein mit Zimmet und Madeirazucker gebracht hatte, tranken sie weiter. Und sie sangen.

Als die Nachtstunde nahte, fragte der Wirt sie, ob sie ein jeder in ihr großes und schönes Gemach hinaufgehen wollten. Ulenspiegel entgegnete, daß ein kleines für beide genügte. Der Wirt versetzte:

„Das habe ich nicht; Ihr sollt jeder, ohne zu zahlen, ein herrschaftliches Zimmer haben.“

Und fürwahr, er führte sie in reich mit Hausrat und Teppichen versehene Gemächer. In Lamms Gemach stund ein großes Bett. Ulenspiegel, der wacker gezecht hatte und vor Schläfrigkeit umsank, ließ ihn zu Bett gehen und tat flugs desgleichen.

Am andern Tage zur Mittagszeit trat er in Lamms Zimmer und sah ihn schlafen und schnarchen. Neben ihm lag ein zierliches Täschlein voll Geld. Er machte es auf und sah, daß es Goldkarolus und Silberstüver waren.

Er schüttelte Lamm, um ihn aufzuwecken. Dieser kam aus dem Schlaf, rieb sich die Augen und unruhig umherblickend, sagte er:

„Mein Weib, wo ist mein Weib?“