„Nicht Dein Geld brauch ich, sondern Dich, Deinen holden Leib, Dein gutes Herz, o, meine Geliebte! O Himmelsfreuden, Ihr kehrt nicht wieder. Ich hatte mich gewöhnt, Dich nicht mehr zu sehen, ohne Liebe zu leben, mein süßer Schatz. Und nunmehr verlässest Du mich, nachdem Du wieder zu mir gekommen warst. Ach ich will sterben. Ha! mein Weib, wo ist mein Weib?“
Und auf dem Boden, auf den er sich geworfen, weinte er heiße Zähren. Dann riß er plötzlich die Tür auf und begann im Hemde in der ganzen Herberge und auf der Straße umherzulaufen und zu schreien:
„Mein Weib, wo ist mein Weib?“
Aber er kam bald zurück, denn die bösen Buben höhnten ihn und warfen ihn mit Steinen.
Und Ulenspiegel nötigte ihn sich anzukleiden und sprach zu ihm: „Sei nicht untröstlich. Du wirst sie wiedersehen, sintemal Du sie gesehen hast. Sie liebt Dich noch, da sie wieder zu Dir gekommen ist, denn ohne Zweifel war sie es, die das Nachtmahl und die fürnehmen Zimmer bezahlt hat und diesen vollen Säckel auf das Bett gelegt hat. Diese Metallspäne sagen mir, daß dies nicht die Tat einer Ungetreuen ist. Weine nicht mehr, und laß uns zur Verteidigung unseres Vaterlandes weiterziehen.“
„Laß uns noch in Brügge bleiben,“ sprach Lamm, „ich will durch die ganze Stadt laufen und werde sie wiederfinden.“
„Du wirst sie nicht wiederfinden, da sie sich vor Dir versteckt,“ sprach Ulenspiegel.
Lamm stellte den Wirt zur Rede, aber dieser wollte ihm nichts sagen.
Und sie machten sich auf nach Damm.
Während sie so wanderten, sprach Ulenspiegel zu Lamm: