„Du magst es tun,“ sprach der Amtmann.

Ulenspiegel sagte keinem aus Damm, weder Mann noch Weib, ein Wort über seinen Anschlag, ging nach der Schmiede und schmiedete dort insgeheim eine schöne und große Falle, um wilde Tiere zu fangen.

Am folgenden Samstag, dem Lieblingstage des Werwolfs, machte Ulenspiegel sich auf. Er trug einen Brief des Amtmanns an den Pfarrer von Heyst und die Falle unter seinem Mantel. Im Übrigen war er mit einer guten Armbrust und einem wohlgewetzten Dolchmesser bewehrt und sprach zu Denen von Damm:

„Ich will Möwen jagen und aus ihren Daunen der Frau Amtmännin Kopfkissen machen.“

Auf dem Wege nach Heyst kam er auf den Strand und hörte die hohle See große Wogen mit Donnergebrüll rollen; und der Wind, der von Engelland blies, heulte im Tauwerk der gescheiterten Schiffe. Ein Fischer sprach zu ihm:

„Dieser böse Wind ist unser Schade. Diese Nacht war das Meer still, aber nach Sonnenaufgang hat es sich jählings empört. Wir können nicht zum Fischfang hinaus.“

Ulenspiegel war froh, denn er war solcherart sicher, in der Nacht Hülfe zu finden, wenn es not tat.

In Heyst ging er zum Pfarrer und gab ihm des Amtmanns Brief.

Der Pfarrer sprach zu ihm:

„Du bist kühn, allein wisse, daß keiner am Samstag Abend allein durch die Dünen geht, der nicht gebissen und tot auf dem Sande gelassen wird. Die Deicharbeiter und andere wollen nur in Scharen gehen. Der Abend sinkt. Hörst Du den Werwolf im Tal heulen? Wird er wiederum, wie in der verwichenen Nacht, auf dem Kirchhof die ganze Nacht entsetzlich schreien? Gott sei mit Dir, mein Sohn, aber geh nicht dorthin.“