Ulenspiegel gab keine Antwort.

„Nein, nein,“ schrie das Volk, „er hat gelogen, der Henker!“

„Nein, ich habe nicht gelogen,“ schrie der Fischhändler; „er warf mich hinein, dieweil ich ihn anflehte, mir zu vergeben. Doch ich hielt mich an einem am Ufer verankerten Kahn fest und rettete mich. Durchnäßt und fröstelnd, erreichte ich mit Mühe meine armselige Behausung. Dort bekam ich das Fieber, keiner pflegte mich, und ich vermeinte zu sterben.“

„Du lügst,“ sagte Lamm, „keiner hat es gesehen.“

„Nein, keiner hat es gesehen!“ schrie Toria. „Ins Feuer mit dem Henker. Vorm Sterben muß er noch ein unschuldiges Opfer haben; ins Feuer, auf daß er büße! Er hat gelogen. Wenn Du es getan hast, gestehe nichts, Ulenspiegel. Er hat keine Zeugen. Bei langsamem Feuer und glühenden Zangen soll er büßen.“

„Hast Du den Mord begangen?“ fragte der Amtmann Ulenspiegel.

Ulenspiegel antwortete:

„Ich habe Klasens mörderischen Ankläger ins Wasser geworfen. Meines Vaters Asche brannte auf meinem Herzen.“

„Er gesteht,“ sagte der Fischhändler, „er wird auch sterben. Wo ist der Galgen, daß ich ihn sehe? Wo ist der Henker mit dem Schwert der Gerechtigkeit? Das Armesünderglöcklein läutet für Dich, Taugenichts, Greisenmörder.“

Ulenspiegel sagte: