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Von den Dünen von Heyst aus sahen Ulenspiegel und Lamm viele Fischerboote von Ostende, Blankenberghe und Knokke kommen, die voll Bewaffneter waren und den Geusen von Zeeland folgten, welche am Hut den silbernen Halbmond mit der Inschrift tragen: „Lieber dem Türken denn dem Papst dienen.“
Ulenspiegel ist frohgemut und trillert wie eine Lerche; von allen Seiten antwortet der kriegerische Trompetenton des Hahnes.
Die Bootsleute rudern oder fischen und verkaufen ihre Fische, und ein Boot nach dem andern legt in Emden an. Dort weilt Guillaume de Bois, welcher im Auftrage des Prinzen von Oranien ein Schiff ausrüstet.
Ulenspiegel und Lamm kommen nach Emden, dieweil die Geusenschiffe auf Très-Long’s Befehl wieder das offene Meer gewinnen.
Très-Long, der seit elf Wochen in Emden lag, ward von Ungeduld verzehrt. Er ging vom Schiff an Land und vom Land aufs Schiff, gleich einem Bären an der Kette.
Ulenspiegel und Lamm spazieren am Hafendamm umher und erblicken allda einen fürnehmen Herrn mit biedrem Gesicht, der ein wenig Trübsal bläst und geschäftig ist, mit einem Spieß einen Pflasterstein des Hafendammes herauszubohren. Es gelang nicht, aber er versuchte dennoch, das Unternehmen zu gutem Ende zu führen, dieweil hinter ihm ein Hund einen Knochen benagte.
Ulenspiegel nähert sich dem Hund und tut, als wolle er ihm den Knochen rauben. Der Hund knurrt. Ulenspiegel läßt nicht nach und der Hund vollführt ein heftiges Gebell.
Der Herr dreht sich bei dem Lärm um und spricht zu Ulenspiegel: