„Sehet die teuflische Dreistigkeit! Seine behaarte Warze hat nicht geblutet; er ist ein Mörder, Teufel und Zauberer und will sich schlechtweg für einen Duellanten ausgeben, indem er seine andern Verbrechen auf den teuflischen Freund wälzt, dem er den Leib, aber nicht den Geist getötet hat ... Und sehet, wie bleich sein Gesicht ist. / So erscheinen alle Teufel, rot in der Hölle, bleich auf Erden, denn sie haben nicht das Lebensfeuer, das dem Gesicht seine rote Farbe gibt, und inwendig sind sie Asche. Er muß ins Feuer zurückgebracht werden, damit er rot wird und brennt.“
Darauf sagte Katheline:
„Ja, er ist ein Teufel, aber ein guter, freundlicher Teufel. Und der heilige Jakobus, sein Schutzpatron, hat ihm erlaubt, die Hölle zu verlassen. Er bittet den Herrn Jesum alle Tage für ihn. Er wird nur siebentausend Jahre im Fegefeuer sein müssen: die Jungfrau will es, aber Herr Satan ist dagegen. Aber die hohe Frau tut, was sie will. Werdet Ihr wider sie sein? Wenn Ihr ihn recht betrachtet, werdet Ihr sehen, daß er von seiner teuflischen Natur nichts behalten hat, denn den kalten Körper und das leuchtende Antlitz, wie es die See im August hat, wenn es donnern will.“
Und Joos Damman sagte:
„Schweig, Hexe, Du bringst mich ins Feuer.“ Dann sprach er zum Amtmann und zu den Schöffen: „Seht mich an, ich bin kein Teufel. Ich bin aus Fleisch und Bein, Blut und Wasser. Ich trinke und esse, verdaue und scheide aus gleich Euch; meine Haut ist gleich der Euren und mein Fuß desgleichen. Henker, zieh mir die Stiefel aus, denn ich kann mich mit den gefesselten Füßen nicht rühren.“
Der Henker tat es, nicht ohne Furcht.
„Sehet,“ sprach Joos und zeigte seine weißen Füße. „Sind das Klauen, Teufelsfüße? Was meine Blässe angeht, / ist keiner unter Euch so blaß wie ich? Ich sehe mehr als drei, die so sind. Aber nicht ich bin’s, der gesündigt hat, sondern diese garstige Hexe und ihre Tochter, die boshafte Anklägerin. Woher hat sie das Geld, das sie Hilbert gegeben hat? Woher stammten die Gülden, die sie ihm lieh? War es nicht der Teufel, der sie bezahlte, um fürnehme, unschuldige Männer anzuklagen und dem Tode auszuliefern? Diese beiden müssen gefragt werden, wer den Hund im Hof erwürgte, wer das Loch grub und davon ging, nachdem er alles herausgenommen, ohne Zweifel, um den Schatz an einem andern Ort zu verbergen. Soetkin, die Witwe, hatte kein Vertrauen zu mir, da sie mich nicht kannte, wohl aber zu ihnen, die sie alle Tage sah. Die beiden sind’s, die des Kaisers Habe gestohlen haben.“
Der Gerichtsschreiber schrieb, und der Amtmann sprach zu Katheline:
„Weib, hast Du nichts zu Deiner Verteidigung zu sagen?“
Katheline schaute Joos Damman an und sagte gar verliebt: