„Die Asche brennt auf meinem Herzen,“ sagte Ulenspiegel. „Soldatenwort, ein gülden Wort.“
„Wer wollte denn,“ so sprachen sie, „das Land durch die Exkommunikation bei allen Völkern in Acht und Bann tun? Wer hätte, wenn er es vermocht hätte, Erde und Himmel, Gott und Teufel und die Scharen der Heiligen gegen uns gewappnet? Wer schmierte die Hostien mit Ochsenblut ein und ließ die hölzernen Statuen weinen? Wer ließ auf unserm heimatlichen Boden den Sterbegesang erschallen, wenn nicht die verfluchte Klerisei, diese Horden faulenzender Mönche, um ihren Reichtum, ihren Einfluß über die Götzenanbeter zu behalten und durch Verderben, Blut und Feuer über das arme Land zu herrschen? In den Käfig mit den Wölfen, die sich auf die am Boden Liegenden stürzen; in den Käfig mit den Hyänen! Es lebe der Geuse!“
„Soldatenwort, gülden Wort,“ entgegnete Ulenspiegel.
Des andern Tages kam ein Bote von Messire de Lumey mit dem Befehl, die neunzehn gefangenen Mönche von Gorkum nach Briel, allwo der Admiral war, bringen zu lassen.
„Sie werden gehenkt werden,“ sagte der Kapitän Marin zu Ulenspiegel.
„Nicht, so lange ich am Leben bin,“ versetzte er.
„Mein Sohn,“ sagte Lamm, „sprich nicht also zu Messire de Lumey. Er ist grimmig und wird dich ohne Gnade mit ihnen henken lassen.“
„Ich werde der Wahrheit gemäß reden,“ erwiderte Ulenspiegel. „Soldatenwort, gülden Wort.“
„Wenn Du sie retten kannst,“ sagte Marin, „so führe ihre Barke bis Briel. Nimm Rochus, den Lotsen, und Deinen Freund Lamm mit, wenn Du willst.“
„Ja, ich will,“ antwortete Ulenspiegel.