Die Barke legte am Quai Vert an, und die neunzehn Mönche stiegen hinein. Der furchtsame Rochus wurde ans Steuerruder gesetzt, und Ulenspiegel und Lamm nahmen wohlbewaffnet im Vorderteil des Fahrzeuges Platz. Verlotterte Söldner, die sich des Plünderns halber zu den Geusen geschlagen hatten, waren bei den hungernden Mönchen. Ulenspiegel gab ihnen zu trinken und zu essen. „Dieser wird Verrat üben,“ sprachen die verlotterten Söldner. Die neunzehn Mönche saßen blöd und schlotternd in der Mitte, ohngeachtet man im Juli war, die Sonne hell und warm schien und ein sanfter Wind die Segel der Barke schwellte, die schwer und rundbäuchig über die grünen Wogen glitt.
Darauf redete Pater Nikolas und sprach zum Steuermann:
„Rochus, führt man uns aufs Galgenfeld?“ Dann wandte er sich nach Gorkum, stand auf und reckte die Hand aus. „O, Stadt Gorkum! welch großes Wehe hast Du zu erleiden! Verflucht wirst Du sein unter den Städten, denn Du hast in Deinen Mauern den Samen der Ketzerei großgezogen! O Stadt Gorkum! Und der Engel des Herrn wird nicht mehr an Deinen Toren Wacht halten. Er wird nicht mehr für die Keuschheit Deiner Jungfrauen, den Mut Deiner Männer und den Reichtum Deiner Kaufleute sorgen! O Stadt Gorkum, verflucht bist Du, Unselige!“
„Verflucht, verflucht,“ erwiderte Ulenspiegel, „verflucht wie der Kamm, der durchgefahren ist und die hispanischen Läuse mitgenommen hat. Verflucht wie der Hund, der die Kette zerbricht, wie das edle Roß, das einen grausamen Reiter von sich abschüttelt. Verflucht Du selbst, einfältiger Pfaff, der es schlecht findet, daß man die Rute, und wäre sie von Eisen, auf dem Rücken der Tyrannen zerbricht.“
Der Mönch schwieg, schlug die Augen nieder und schien in frommen Haß versenkt.
Die Söldner, so Plünderns halber zu den Geusen gekommen waren, saßen bei den Mönchen, die bald Hunger hatten. Ulenspiegel forderte Schiffsbrot und Hering für sie. Der Schiffsmeister antwortete:
„Werfet sie in die Maas, da können sie den Hering ungesalzen fressen.“
Darauf gab Ulenspiegel den Mönchen alles, was er an Brot und Wurst für sich und Lamm bei sich hatte. Der Schiffsmeister und die Söldner sprachen untereinander:
„Das ist ein Verräter, er füttert die Mönche; er muß angezeigt werden.“
In Dordrecht legte die Barke im Hafen am Bloemen-Key an. Männer, Frauen, Knaben und Mädchen kamen in Menge herbeigelaufen, die Mönche zu sehen, wiesen mit dem Finger auf sie oder drohten mit der Faust und sagten zueinander: