Und Ulenspiegel konnte zum andern Mal den grimmen Admiral sehen, gekleidet wie ein stolzer Herr, der im Überfluß lebt.
„Seid gegrüßt, Ihr Herren Mönche,“ sprach er. „Hebt die Hände auf. Wo ist das Blut der Herren von Egmont und van Hoorn? Ihr zeigt mir eine weiße Pfote, das ist hübsch von Euch.“
Ein Mönch, namens Leonard, sagte:
„Mach mit uns, was Du willst. Wir sind Mönche, keiner wird Anspruch auf uns erheben.“
„Er hat recht geredet,“ sprach Ulenspiegel. „Denn da der Mönch mit der Welt gebrochen hat, die Vater und Mutter, Bruder und Schwester, Gattin und Liebste ist, so wird er in seinem letzten Stündlein keinen finden, der Anspruch an ihn erhebt. Ich aber, Excellenz, ich will es tun. Da der Kapitän Marin die Kapitulation von Gorkum unterzeichnete, machte er aus, daß diese Mönche frei sein sollten, wie alle, die in der Zitadelle gefangen wurden und aus der Stadt abzogen. Sie wurden jedoch ohne Grund als Gefangene zurückgehalten. Ich höre, daß sie gehenkt werden sollen. Euer Gnaden, ich wende mich in aller Demut an Euch und lege Fürsprache für sie ein; denn ich weiß: Soldatenwort ist gülden Wort.“
„Wer bist Du?“ fragte Messire de Lumey.
„Euer Gnaden,“ antwortete Ulenspiegel, „ich bin ein Vläme aus dem schönen Land Flandern; ein Bauer und Edelmann, alles zumal. Also lustwandle ich durch die Welt, lobe die guten und schönen Dinge und spotte der Dummheit mit keckem Schnabel. Und ich will Euch preisen, so Ihr das Versprechen haltet, das der Kapitän gegeben hat: Soldatenwort ist gülden Wort.“
Aber die Söldner, so auf dem Schiff waren, sagten:
„Euer Gnaden, dieser Mensch ist ein Verräter. Er hat versprochen, sie zu retten; er hat ihnen Brot, Schinken, Wurst, Bier gegeben, und uns nichts.“
Drauf sagte Messire de Lumey zu Ulenspiegel: